Interview mit Andreas Brucker: "Wir wären falsch am Platz, wenn wir nicht ALLE die Meisterschaft nach Salzburg holen möchten!".

 

(Interview) MF: Mit Andreas Brucker gibt es auf der Trainerbank des EC Red Bull Salzburg in der kommenden Saison ein neues Gesicht zu bestaunen. Der 51- Jährige gebürtige Linzer fungierte zunächst von 1996 bis 2005 beim EHC Linz als Assistent, ehe er über die U18 des ÖEHV im Sommer 2006 beim EC Salzburg landete.

 

Assistant Coach Andreas Brucker DH 1

(Foto: Gepa)

 


 

In der Mozartstadt sammelte der Vater von Marco Brucker (Black Wings Linz) Erfahrungen als Spieler-Koordinator, Jugendförderer und eben auch als Co-Trainer der U20 der Red Bulls. Seit diesen Sommer ist Brucker, welcher große Stücke auf "Teamwork" setzt, neben EBEL Headcoach Greg Poss zu sehen. Der Österreicher unterstützt als Assistent die Geschicke der Bullen, welche nach zwei Jahren Abstinenz den begehrten Meisterpokal endlich wieder stemmen möchten. Eishockeyonline.at hat sich mit dem sympathischen Neo-Co-Trainer von Red Bull Salzburg zum Interview getroffen.

 

 

Servus Andreas, schön, dass du dir Zeit nimmst, um uns ein paar Fragen zu beantworten. In wenigen Tagen geht es für dich und die Red Bulls in der CHL los. Wie heiß seid ihr auf die ersten europäischen Auftritte in dieser Saison?

 

A.Brucker: Hallo Mathias! Ja wir sind alle sehr heiß auf den Start der Bewerbspiele in der Champions Hockey League und der Erste Bank Eishockey Liga. Die Vorbereitung wurde von Greg Poss sehr abwechslungsreich geplant und gestaltet, aber trotzdem will jetzt jeder im Wettkampf zeigen, was er kann. Wir brennen darauf!

 


Zuletzt hat man beim Red Bulls Salute in Garmisch-Partenkirchen eine ordentliche Leistung gezeigt. Wie zufrieden wart ihr mit den Auftritten der Jungs?


A.Brucker: Unser Auftreten in Garmisch war sehr gut. Wir haben gezeigt, dass wir auf sehr hohem internationalen Niveau mitspielen können, das hat allen einfach Spaß gemacht und macht eben Lust auf die neue Saison in der CHL !

 


Red Bull Salzburg hat sich im Sommer punktuell verstärkt, musste aber auch schmerzliche Abgänge hinnehmen. Was war dem Coaching-Staff in der Kaderplanung besonders wichtig?


A.Brucker: Wichtig war und ist uns allen, dass wir den einheimischen Spielern die besten Möglichkeiten bieten sich weiterzuentwickeln und somit dem gesamtösterreichischen Eishockey helfen. Bei den Imports liegt der Focus darauf, dass wir hungrige Spieler im Kader haben die Titel gewinnen wollen und die noch Entwicklungspotential haben sowie mit einiger Erfahrung mithelfen unsere jungen Spieler zu führen.

 


Mit Steve Michalek hat man sich im Bullengehäuse für einen 1.91 großen US-Amerikaner mit AHL Erfahrung entschieden. Wieso fiel die Wahl ausgerechnet auf ihn?


A.Brucker: Michalek ist ein top Goalie, unser Management um Stefan Wagner hat genügend Information über Ihn und einige Andere zusammengetragen und schlussendlich fiel die Wahl auf Steve. Er ist in einem guten Alter um nochmal durchzustarten und genau das hat er vor, somit passt er ganz genau zu uns denn wir wollen alle richtig durchstarten!

 

Michalek

(Foto: Gepa) Andreas Brucker über Steve Michalek: "Er ist in einem guten Alter um nochmal durchzustarten!".

 


In den letzten Jahren rotierten die Bullen gerne auf der Torhüterposition. Ist das auch weiterhin der Fall?


A.Brucker: Es wird vor allem in der ersten Phase der Meisterschaft sicherlich Rotationen bei den Torhütern geben. Man kann sich im modernen Eishockey nicht mehr nur auf einen Torhüter fixieren, es ist wichtig zwei zu haben die uns Sicherheit geben und die besitzen wir in unserem Kader mit Steve und Lukas.

 



 

Mit Rob Schremp steht der wohl talentierteste und spektakulärste Crack nicht mehr im Kader der Roten Bullen. Wie schwer war es für das Trainerteam, ohne den Publikumsliebling zu planen?


A.Brucker: Rob war für Salzburg sicher ein Topspieler, aber ich denke wir haben einen so guten ausgeglichenen Kader, dass wir uns nicht auf einen Spieler fixieren sollten oder müssen. Hier haben zahlreiche Cracks das Potential der Publikumsliebling zu werden, auch die Neuzugänge werden die Zuschauer überraschen, das kann ich jetzt schon versprechen!

 


Red Bull Salzburg ist bekannt für eine starke Jugendförderung. Wie siehst du die Rolle der sogenannten "Youngsters"?


A.Brucker: Jugendförderung ist bei uns ein großes Thema, welches uns täglich begleitet. Wir haben ja eine der besten Akademien weltweit hier in Salzburg und auch junge sehr talentierte Spieler in der Mozartstadt. Wir Trainer schauen natürlich immer, welcher Spieler ist schon so weit um den Sprung zu den Profis zu schaffen. Es ist heutzutage nicht mehr einfach, aber gerade ich sehe meine Aufgabe darin, mich um junge Spieler zu kümmern und auch auf sie aufmerksam zu machen, schließlich war ich die letzten 11 Jahre nur mit unserem Nachwuchs konfrontiert. Der Nachwuchs liegt mir, und ich bin sicher auch Greg, sehr sehr am Herzen!

 


Zuletzt stotterte der Bullenmotor zu Beginn der Saison. Wie möchte man in der anstehenden Spielzeit einen Fehlstart vermeiden?


A.Brucker: Wir wollten heuer von Beginn an gut starten und ich denke das ist uns in Garmisch geglückt. Jetzt wollen wir von Spiel zu Spiel schauen und in jeder Partie unser maximales Potential ausschöpfen, somit kommen Ergebnisse von selbst und das ist auch unser Ziel. Die Mannschaft ist in einem körperlich topfitten Zustand! Die Trainingsergebnisse sind so gut wie noch nie zuvor und das müssen wir jetzt auf das Eis bringen.

 


Am Ende erlebten wir alle im Salzburger Volksgarten eine unglaubliche ja geschichtsträchtige Finalserie mit dem besseren Ende für den HC Bozen. An was scheiterte die Mannschaft letztendlich?


A.Brucker: Dass man in der letzten Saison nicht als Gewinner der Meisterschaft vom Eis ging lag daran, dass paar Spieler dachten, sie können den Titel alleine regeln und gewinnen. Das ist im heutigen Eishockey nicht mehr möglich! 2-3 Top-Spieler alleine gewinnen keine Meisterschaft in der EBEL. Wir setzen heuer wirklich auf Teamspirit, gepaart mit Top-Cracks und bei Red Bull ist jeder einer davon. Nur so hat man die Möglichkeit Meisterschaften zu gewinnen und das ist unser angestrebtes Ziel.

 


Matthias Trattnig hat ebenso das deutliche Ziel Meisterschaft. Nach 2 Jahren Abstinenz ein "Muss", oder?


A.Brucker: Wir wären falsch am Platz, wenn wir nicht ALLE die Meisterschaft nach Salzburg holen möchten! Jedoch liegt da einiges an Arbeit dazwischen und dem stellen wir uns. Matthias geht den Weg jeden Tag unerschöpflich mit und zeigt den anderen Spielern wie die Welt aussieht, das ist schon beeindruckend wie fit er mit 39- Jahren ist und mit welcher Energie er ans Werk geht.



Blicken wir auf die Konkurrenten, welche sich stark verbessert haben und am Transfermarkt enorm aktiv waren. Wer hat sich aus deiner Sicht am besten verstärkt?


A.Brucker: Ja heuer hat es bei einigen Teams große Veränderungen gegeben, darum ist es auch schwer zum jetzigen Zeitpunkt schon Prognosen aufzustellen, aber ich rechne mit einer sehr ausgeglichenen und spannenden Meisterschaft, das wünsche ich den Spielern, den Trainern und den Zuschauern in den Arenen.

 


Du bist erst im Sommer zum Trainerstab der EBEL Kampfmannschaft gestoßen. Wie kam es dazu und welche Erfolgsideen bringst du mit?


A.Brucker: Für mich kam die Berufung in den Trainerstab unserer EBEL Mannschaft zu treten auch überraschend, das macht mich aber unglaublich Stolz und Glücklich. Ich bringe, denke ich, doch einiges an Trainererfahrung mit, das habe ich im Salzburger Nachwuchs gezeigt und auch meine langjährigen Erfahrungen bei den diversen Nationalteams macht sich jetzt bezahlt. Wir tauschen uns im Trainerteam täglich sehr intensiv aus, jeder bringt seine Ideen ein und Greg trifft schlussendlich die finale Entscheidung über gut oder nicht so gut. Ich denke wir sind alle sehr erfolgshungrig und werden genügend neue Ideen einbringen, die uns am Ende erfolgreich machen sollen.

 


Kommen wir zu einem allgemeineren Thema. Für einige österreichische Eishockeyspieler mittleren Alters wird es immer “schwerer” sich in der EBEL zu halten. Woran liegt das deiner Meinung nach?


A.Brucker: Ich denke dass doch einige Spieler das Potential haben eine sehr gute Rolle in der EBEL zu spielen. Man muss nur heute wirklich ALLES für den Profisport geben und das heißt wirklich in manchen Dingen zurückstecken und sehr sehr hart zu arbeiten, daran scheitern viele. Wir müssen jedoch aufhören Ausreden zu suchen warum und wieso es klappt oder eben nicht klappt!

 


Team Austria sicherte sich im Frühjahr den Klassenerhalt und kämpft auch kommendes Jahr bei der WM in Bratislava gegen die Topnationen wie Kanada oder Russland. Wie wichtig war dieser Erfolg für das gesamte österreichische Eishockey?


A.Brucker: Für das gesamte Eishockey in Österreich war es wichtig, dass wir erstklassig geblieben sind. Jetzt heißt es weiter und noch härter zu arbeiten, um das Jahr für Jahr zu bestätigen.

 

 

Welche persönlichen Ziele verfolgst du?


A.Brucker: Mein persönliches Ziel ist es mich täglich zu vervollkommen und meinen Erfahrungsschatz zu erweitern um vielleicht mal eine Headcoach Position in der EBEL zu besetzen. Jetzt geht es aber mal darum, mich als Assistent-Coach zu etablieren und das Beste für unser Team zu geben. Dann sehen wir weiter...

 


Hat man als Co-Trainer,- Trainer ein Vorbild? Wenn ja, wen?


A.Brucker: Klar hat man Vorbilder (möchte jetzt aber keine Namen nennen). Ich habe mit einigen sehr guten Trainern in der Vergangenheit zusammengearbeitet und wirke jetzt in einem super Trainerteam mit, da gibt es jeden Tag etwas für meine Notizbücher und ich hoffe ich kann dies in der Zukunft nutzen, um erfolgreich zu arbeiten und vor allem Spielern zu helfen besser zu werden, das ist mein höchstes Ziel!

 

GEPA full 3367 GEPA 18081876130

(Foto: Gepa) Fortan in der EBEL auf der Trainerbank, Andreas Brucker.

 


Wie sehen die Vorbereitungen auf eine Ligapartie aus? Welche Aufgaben hast du als Co-Trainer?


A.Brucker: Die Vorbereitung auf ein Ligaspiel beinhaltet vor allem sich mit dem Gegner zu befassen, jedoch auch mit uns selbst, denn wir wollen in jeder Partie den Ton angeben und dafür benötigen wir natürlich beides, das heißt: Informationen, Videos über den Gegner und eine für uns ideale mentale und physische Vorbereitung. Bei uns im Trainerteam gibt es wie gesagt einen regen Austausch und wir planen unsere Trainingseinheiten im Team, also jeder bringt sich ein. Das ist eine tolle Sache von Greg und ist nicht selbstverständlich. Während den Spielen bin ich für das Coaching (Einwechslungen) der Verteidiger zuständig.

 


Kommen wir zum Ende. Die Quintessenz für einen Meistertitel 2019 wird sein?


A.Brucker: Das Wichtigste für einen Meistertitel wird sein, in jeder Phase der Meisterschaft als Mannschaft und geschlossene Einheit aufzutreten und einfach ruhig und hart arbeiten, dann kommt unter dem Strich das heraus, was wir uns wünschen und dann...naja das darf ich jetzt noch nicht aussprechen.

 


Logo eishockey online at rund reishockeyonline.at ist ein österreichisches Eishockey Magazin und berichtet aktuell über den Eishockeysport in Österreich, die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), die Alps Hockey League (AHL) und die österreichische Nationalmannschaft.

 

Weitere interessante Links:

www.eishockey-online.com
www.eishockey-deutschland.info

 

 

 

 


Weitere Eishockey Interviews

Daniel Wachter

Daniel Wachter: "Ich habe mir nur gedacht: "Bitte schieß jetzt nicht vorbei!".

10 Oktober 2018
(Interview) MF: Daniel Wachter schnürt seine Skates seit dem Sommer für den HC Innsbruck in der EBEL. Der ehemalige Akademie-Spieler aus Salzburg schnupperte bereits in den vergangenen 2 Spielzeiten…
Kevin Moderer G99

Kevin Moderer: "Das Timing hat für mich einfach gepasst!".

05 Oktober 2018
(Interview) Eishockeyonline.at Redakteurin Viktoria Hackl führte ein Interview mit Kevin Moderer. Der Stürmer sprach dabei über seine Gründe, die den Wechsel zu dem EC Graz 99ers veranlassten und…

Gäste online

Aktuell sind 78 Gäste online

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen