Mike Ouzas: "Linz ist einfach eine tolle Stadt, die einem sehr viel bietet.".

 

(Interview) MF/CS: Mike Ouzas kämpft am Freitag mit den Black Wings Linz abermals um den Titel in der Erste Bank Eishockey Liga. Zuletzt schied der EHC im Halbfinale gegen bessere Red Bulls aus Salzburg aus. Wie der Pott im Frühjahr 2019 wieder in der Stahlstadt platziert werden soll, verriet der sympathische Maple Leafs Fan unserem Redakteur Christoph Schneider, der den Torhüter zum Interview traf.

 

Ouzas 1

(Foto: Marian Burndorfer / eishockeyonline.at)

 


 

Hallo Michael, wie ist es Dir im Sommer gegangen und wie ist die Pre-Season verlaufen? Ihr hattet ja in Linz einen großen Umbruch im Sommer mit Veränderungen auf 14 Positionen.

 
Ouzas: Hi Christoph. Der Sommer war toll und die Vorbereitung ist gut verlaufen. Ich bin in der ersten Augustwoche aus Ontario zurückgekommen und gehe ja mittlerweile in mein sechstes Jahr in Linz. Ja, wir haben im Kader viele Spieler getauscht und so richtig viele der neuen Spieler habe ich gar nicht gekannt. Wir haben uns aber in den vergangenen sechs Wochen gut kennengelernt und haben ja den ein oder anderen sehr guten Test bestritten.
 
 
Letztes Jahr seid ihr im Halbfinale nach großem Kampf an Salzburg gescheitert. Denkst Du, dass Ihr trotz Umbruch und großer Kaderveränderungen wieder eine ähnliche Rolle spielen könnt?
 
Ouzas: Klar, denke ich das. Natürlich hat uns der ein oder andere, gerade auch erfahrene Spieler, im Sommer verlassen, aber wir haben auch routinierte Spieler wieder dazubekommen. Verteidiger Kevin Kapstadt bringt ein hohes Maß an Routine in den Kader, aber auch Bracken Kearns ist ein super Neuzugang für unsere Liga. Des Weiteren ist es ja weiß Gott nicht so, dass wir mit Lebler, Locke, Schofield, DaSilva und den jungen Österreichern einen schwachen Kader hätten.
 
 
Das heißt das Ziel ist wieder eine Halbfinalteilnahme....

Ouzas: Da würde ich sogar noch darüber hinausgehen. Ziel von einer Mannschaft wie Linz sollte es schon sein, dass man eine Meisterschaft holt und vorausgesetzt man hat die nötige Portion Glück und bleibt verletzungsfrei, hat sicher jede Mannschaft in der EBEL Ambitionen darauf. Das hat ja eine Mannschaft wie Bozen im letzten Jahr bewiesen. Die Füchse standen ja im Dezember noch tief im Tabellenkeller.
 
 
Was denkst Du generell über die Entwicklung in der Liga in der letzten Zeit?

Ouzas: Man sieht es ja zurzeit in der Champions Hockey League, was die EBEL für Sprünge macht. Ich kann mich erinnern, dass die österreichischen Vertreter früher bei den Vorgängerbewerben mit 8,9 Gegentoren aus Finnland und Schweden zurückkamen. Heute gewinnt Bozen in Finnland, Salzburg schlägt die Växjö Lakers, da hat die Liga einen riesen Schritt getan. Und auch im Zuschauerinteresse und durch die hohe Präsenz im Internet merkt man jedes Jahr eine Verbesserung, auch als Spieler. Der Sport als Produkt ist ohnehin der Wahnsinn, gerade auch wenn man an die tollen Play-off-Serien im letzten Jahr denkt. Linz-Salzburg, Wien-Bozen, Salzburg-Bozen, das ist schon eine tolle Entwicklung.
 
 

Wer ist denn dann der größte Konkurrent der Linzer auf dem Weg zum Titel?

 

Ouzas: (lacht) Schwer zu sagen, ich muss die Mannschaften erstmal alle gesehen haben und habe mich bisher wenig mit Personalien außerhalb von Linz beschäftigt. Fakt ist, dass es immer zu Überraschungen kommen kann, ansonsten zeigen die üblichen Verdächtigen jetzt schon in der CHL eine gute Frühform und haben die Möglichkeit gleich unter Wettbewerbsbedingungen zu testen. Wir spielen zu Beginn gleich gegen Wien, Bozen und Salzburg und wollen uns da natürlich gleich das Selbstvertrauen holen und zeigen, dass wir mit diesen Mannschaften mithalten können.

 

 



 

Du hast es angedeutet, es ist bereits Deine sechste Saison in Linz. Was macht Dich mit dem Standort so verbunden und kannst Du Dir vorstellen auch noch länger zu bleiben?

 

Ouzas: Linz ist einfach eine tolle Stadt, die einem sehr viel bietet. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit, die Stadt ist schön und der Verein populär. Wenn Du die Chance hast jedes Heimspiel vor über 4.000 Zuschauern zu bestreiten und selbst bei Testspielen im August in Rosenheim oder gar in der Schweiz hundert Fans hinter dir hast, fördert das natürlich auch die Verbundenheit zu den Black Wings. Da fällt es einem nicht schwer einen Vertrag zu unterzeichnen, natürlich auch weil der Kader jedes Jahr wieder sehr stark besetzt ist und man immer die Möglichkeit hat in den Play-offs zu spielen.

 

 

Das hört sich ja zufriedenstellend an. Schon an die Zeit nach der aktiven Karriere gedacht?

 

Ouzas: Nein, eigentlich wenig bis gar nicht. Ich habe noch ein paar Jahre vor mir und fühle mich sehr gut. Natürlich denkt man immer mal darüber nach, ob man nicht ins Coaching wechselt bzw. in die Jugendarbeit, aber das lasse ich dann auf mich zukommen, wenn es so weit ist.

 

 

Als Goalie hat man es oft nicht leicht und wird von dem ein oder anderen Stürmer immer mal wieder vor große Herausforderungen gestellt. Wer ist aus Deiner Sicht der unangenehmste Gegenspieler der Liga und wer geht Dir manchmal so richtig auf die Nerven?

 

Ouzas: Puh, das werde ich sicher nicht verraten, welche Typen ich da gar nicht abhaben kann. Da gibt es einige, die vor dem Tor ordentlich Betrieb machen oder gut schießen können. Im Endeffekt bin ich aber im Spiel so fokussiert, dass ich gar nicht wahrnehme wer da alles rumfährt, ich konzentriere mich ohnehin nur auf den Puck (lacht). Persönlich finde ich von den gegnerischen Mannschaften aber Thomas Raffl als Stürmer sehr gut. Er geht immer dahin wo es wehtut, schont sich selber nicht, kann aber auch technisch gutes Eishockey spielen. Ansonsten glaube ich, dass mein Teamkollege Brian Lebler in der Liga viel Angst und Schrecken verbreitet und den ein oder anderen Goalie zur Weißglut treibt.

 
 
Abschließende Frage: Wer wird Meister und wo landen die Black Wings?

Ouzas: Da kann ich nur eine Antwort geben, ich hoffe, die Black Wings.

 

 


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