Kevin Moderer: "Das Timing hat für mich einfach gepasst!".

 

(Interview) Eishockeyonline.at Redakteurin Viktoria Hackl führte ein Interview mit Kevin Moderer. Der Stürmer sprach dabei über seine Gründe, die den Wechsel zu dem EC Graz 99ers veranlassten und seine Ziele für die Zukunft. Kevin Moderer (*8. Februar 1990) verbrachte zwei Jahre seiner Karriere in Übersee bei den U18 Dallas Stars und den Minden Riverkings. Anschließend kehrte er nach Graz zurück und spielte bis zur Saison 2014/15 bei seinem Heimatklub. Die letzten drei Saisonen stand er beim EHC Liwest Black Wings Linz unter Vertrag bevor nun erneut zu Graz wechselte.

 

Kevin Moderer G99

(Foto: Bernd Stefan)

 


 

Es ist nicht deine erste Rückkehr nach Graz. Kann man das Zurückkommen 2008 mit dem jetzt vergleichen?


Moderer: Ja, ich bin 2008 aus Amerika zurückgekommen. Das einzige, was ich vergleichen würde wäre, dass sich meine Eltern gefreut haben. Damals bin ich zum ersten Mal in die Bundesliga gekommen, jetzt habe ich mehr Erfahrung und bin doch etablierter. Somit war es damals für mich schwieriger.

 

 

Hat sich in der Zeit, in der du weg warst, viel verändert?


Moderer: Ja, ich finde schon. Mit der neuen Eishalle wurde es professioneller. Auch in der Akademie wurde in der Zwischenzeit viel für den Nachwuchs gemacht.

 

 

Was war der ausschlaggebende Grund für deinen Wechsel erneut zu Graz?


Moderer: Das Timing hat für mich einfach gepasst. Wir haben im Sommer ein zweites Kind bekommen. In Graz sind meine Schwester, meine Tante, meine Eltern und meine Großtante, die uns sehr unterstützen und helfen. Auch die Anfrage hat für mich gut gepasst, also die Vertragsdauer. Ausschlaggebend war auch, dass der Trainer mir das Gefühl gegeben hat, dass er mich will. Für mich war diese Wertschätzung sehr wichtig, um nicht nur eine Nummer zu sein.

 

 

Freust du dich auf die erste Begegnung Anfang Oktober mit Linz?


Moderer: Ja, ich freue mich. Allerdings bin ich zurzeit am Oberschenkel verletzt und weiß nicht, ob ich bis dahin fit werde. Das wird dann kurzfristig entschieden, je nachdem wie es mir geht.

 

 



 

In Linz warst du bei den Fans als Spieler bekannt, der direkte Konfrontationen mit Gegnern nicht vermieden hat. Wird sich das in Zukunft bei den Grazer 99ers ändern?


Moderer: Ich glaube das ist mein Typ am Eis, das war nicht nur in Linz so. Abseits vom Eis bin ich es gar nicht. Deswegen ist es immer wieder komisch, wenn man Leute dann trifft. Die denken, dass das ins Private übertragen wird, was aber, wie gesagt, nicht der Fall ist. Ich bin am Eis sehr emotional und verteidige meine Mitspieler.

 

 

Was geht einem durch den Kopf, wenn man auf der Strafbank sitzt? Sind manche Teamkollegen anschließend nachtragend?

 

Moderer: Das kommt darauf an welche Strafe es war. Wenn sie unnötig war beginnt man zu schwitzen und hofft, dass nichts passiert. Dass danach darüber gesprochen wird finde ich gut und es zeigt meiner Meinung nach, dass eine Mannschaft in Takt ist.

 

 

Mit welchen Worten besänftigen die Schiedsrichter Spieler, die aneinandergeraten sind?

 

Moderer: Ich weiß es nicht, meistens höre ich das gar nicht. Oft höre ich nur „Passt“ oder „ist genug“, aber mehr bekomme ich in dieser Situation nicht mit, da ich in so einem Rausch bin.

 

 

In Linz hat es eine sehr große Veränderung im Kader gegeben. Was ist deiner Meinung nach dafür der Grund?

 

Moderer: Doch, da ich noch viel Kontakt zu den Spielern habe. Sie haben sich in einigen Positionen sicherlich verstärkt, aber ich denke, dass es Zeit ist, dass die Österreicher, wie Stefan Gaffal, Laurens Ober oder Gerd Kragl auch ihre Chancen und Eiszeiten bekommen. Dies hätte auf längere Sicht auch viele Vorteile.

 

 

Reagiert der neue Trainer auf die Linien der Gegner oder teilt er sie starr ein?


Moderer: Wir schauen auf uns. Dem Trainer ist es relativ egal welche Linie von uns auf welche vom Gegner spielt. Er stellt sie so auf und hat Vertrauen in uns Spieler, dass jeder gegen jeden spielen muss. Somit hast du keine Angst, dass du gegen jemanden nicht gut spielen kannst.

 

 

Wo siehst du dich in ein paar Jahren? Noch bei Graz, in der EBEL oder woanders?


Moderer: Ich habe keine Ahnung. Ich erfülle meistens meine Verträge und schaue dann wie es für mich weitergeht oder welches Interesse vorhanden ist. Ich schaue nicht so weit voraus. Mein Ziel ist es jedes Jahr ein besserer Eishockeyspieler zu werden. Gute Beispiele sind für mich die „Lukas-Brüder“.

 


 

5 Kurzfragen an Kevin Moderer

 

Wie verlief deine Sommerpause? Interessant: wir haben unser zweites Kind bekommen, was eine Umstellung war, und die Übersiedelung nach Graz hat viel Zeit in Anspruch genommen.


Was magst du an der Stadt Graz am meisten? Es ist mein zu Hause. Ich muss meinen Kopf nicht einschalten, wenn ich mit dem Auto fahre und die Stadt Graz kommt mir klein vor, obwohl sie für Österreich ja groß ist. Nur kenne ich sie so gut.


Wie reagierte deine Familie auf den Umzug? Die freuten sich alle sehr.


Was ist dein persönliches Ziel in der Saison? Meine Priorität ist es der Mannschaft zu helfen und ich verzichte dabei gerne auf eine gute Statistik.


Worauf freust du dich am meisten in der anstehenden Saison? Dass ich Eiszeit bekomme und ich glaube, dass mein erstes Spiel gegen Linz schon etwas Besonderes wird.

 

 

 

 

 

 

 


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