"Wir beim Eishockey sind auch nur ganz normale Mädels!" , Eva Maria Verworner und Tanja Melcher im Interview!

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(ÖEHV/Damen) (Mathias Funk) Ab dem 15. April ist die IIHF mit der Damen Weltmeisterschaft Division I in Graz zu Gast. Österreich und Fraueneishockey? Na klar! Sagen viele. Wir haben uns mit Eva Maria Verworner von den DEC Salzburg Eagles und Tanja Melcher von den Red Angels Innsbruck unterhalten.

 

Hallo ihr zwei, schön dass ihr euch Zeit genommen habt, um mit uns heute über Damen-Eishockey zu sprechen. Wie geht es Euch?

 

Eva M. Verworner: Danke sehr gut!
Tanja Melcher: Auch gut, danke!

 

 

Eva Maria, seit 2014 bist du bei den DEC Eagles in Salzburg als Abwehrspielerin. Davor warst du einige Jahre in Schweden aktiv. Wie unterscheiden sich die beiden Länder im Bereich der Damen?


Eva M. Verworner: Grundsätzlich kann man sagen, dass das Dameneishockey in Schweden viel mehr Aufmerksamkeit bekommt. Die Athletinnen werden in der Öffentlichkeit mehr respektiert und man ermöglicht ihnen auch bessere Voraussetzungen. Jedoch wird es in Österreich immer besser.

 

 

Wenn man in Österreich über Eishockey spricht, dann eigentlich immer nur über die Männer aus der EBEL oder dem ÖEHV. Warum glaubst du, bekommt Frauen-Eishockey nicht die gewünschte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit?


Eva M. Verworner: Ich glaube das kommt davon, dass es Dameneishockey in Österreich noch nicht so lange gibt und da es nicht so respektiert ist in der Öffentlichkeit. Jedoch sollte sich jeder mal die Zeit nehmen und ein Damen Match anschauen um sich eine eigene Meinung davon zu bilden. Der Dameneishockeysektor hat in Österreich auch nicht die gleichen Resourcen wie die Männer. Sportlich gesehen, sollte es jedoch ausgeglichen sein, da die Damen weltweit sehr erfolgreich sind.


Tanja Melcher: Ich denke, dass das Dameneishockey in Österreich nicht so populär ist liegt daran, dass Eishockey ein körperbetonter Sport ist und es bei uns Mädels verboten ist mit Körperkontakt zu spielen bzw. Checks zu fahren. Was teilweise aber gar nicht so ist! Keine Bodychecks zu fahren finde ich aber auch in Ordnung, denn im Dameneishockey spielen vor allem in den unteren Ligen Mädels ganz verschiedener Altersklassen, somit ist der körperliche Unterschied zwischen den Spielerinnen oft erheblich und die Gefahr einer Verletzung zu groß. Wobei man dazu sagen muss, geregelte "Gewalt" ist auch bei uns Mädels in Ordnung, ansonsten könnten wir ja zum Ballett gehen.

 

 

Wie glaubt ihr ist es möglich, dass die Frauen vermehrt in den Medien auftauchen?


Eva M. Verworner: Ich glaube man braucht engagierte Menschen, die gewollt sind ihre Zeit  zu investieren und Dameneishockey eine Chance geben. In Salzburg haben wir durch Gregor Wimmer und seine Marketing Firma Herzbluat so jemanden gefunden und unsere Medien Präsenz hat sich damit extrem verbessert.

 

Tanja Melcher: Dadurch dass die WM nun bei uns in Graz ist, könnte das zum Beispiel ein Aushängeschild für das österreichische Dameneishockey sein.

 

 

In Deutschland berichtet Eishockey-Online seit Jahren über die Bundesliga und die Nationalmannschaft der Frauen. Wie wichtig ist es, dass ein Verband oder ein Verein im Frauensport eine mediale Partnerseite an seiner Seite hat?


Eva M. Verworner: Ich glaube, dass dies extrem wichtig ist. Jedoch war die Unterstützung des ÖEHV  für das Nationalteam bisher sehr gering.  Wie schon oben erwähnt können wir uns hier in Salzburg sehr glücklich schätzen.


Tanja Melcher: Ich denke, dieser Aspekt ist schon wichtig, denn Frauen im Sport spielen meist nur eine untergeordnete Rolle. Aber auf dieser Ebene muss noch einiges gemacht werden.

 

 

Eva, du und deine Teamkolleginnen seid oft bei den Heimspielen des EC Red Bull Salzburg. Auch du Tanja bist mit deinen Mädls des öfteren bei den Haien in Innsbruck, schaut ihr euch bei den Jungs in der EBEL was ab?


Eva M. Verworner: Also um ehrlich zu sein, so oft sind wir gar nicht dort ( meistens haben wir Training zur gleichen Zeit oder selber Spiele). Jedoch kann man sich bei jedem Eishockeyspiel egal ob live oder im TV Dinge abschauen oder inspiriert werden.


Tanja Melcher: Das kann ich so gar nicht beurteilen, aber manche Sachen kann man sich bestimmt abschauen.

Bald findet in Graz die IIHF Damen Weltmeisterschaft IA statt. Wie sehr fieberst du diesem Event entgegen und wie wichtig ist das für Eishockey-Österreich?


Eva M. Verworner: Ich freue mich schon sehr auf die WM und ich bin der festen Überzeugung dass unsere Mädels viele spannende und tolle Spiele bieten werden. Ich war selbst 2009 bei der letzten Heim-WM in Graz dabei und die Stimmung war fantastisch und einzigartig. Natürlich freue ich mich auch schon meine Mitspielerinnen aus Salzburg anfeuern zu dürfen.


Tanja Melcher: Ich bin darauf schon sehr gespannt und werde auch sicher die Spiele verfolgen!! Ich denke es ist sehr wichtig, denn genau durch solche Events kann man die Aufmerksamkeit auch auf das Dameneishockey lenken bzw . ich würde mir wünschen, dass dadurch  Dameneishockey mehr ins Blickfeld gelangt!

 

Eva, du bist nun 28 Jahre alt und engagierst dich auch viel für die Jugend bei den DEC Eagles. Wie sieht deine sportliche Zukunft aus? Bleibst du in Salzburg oder juckt dich nochmals das Ausland?


Eva M. Verworner: Ja ich bin seit zwei Jahren Nachwuchsleiterin in Salzburg und auch Headcoach für unser Farmteam. Als wir vor drei Jahren dieses Team gründeten hatten wir ca. 10 Spielerinnen  im Alter von 25-50. Mitlerweile haben wir an die 40 Spielerinnen in diesem Team und der Altersdurchschnitt wird immer jünger. Wir versuchen einen gut funktionierenden Nachwuchs aufzubauen. Nächstes Jahr werden wir zum ersten Mal mit einem fast ausschließlich U17 Team antreten können.

 

Meine sportliche Zukunft ist im Moment noch nicht wirklich bestimmt. Ich werde auf jeden Fall in Salzburg bleiben und versuchen den Nachwuchs weiter aufzubauen. Coaching ist meine absolute Leidenschaft. Ob ich selber spielen werde oder nur mehr ins Coaching übergehen werde, ist noch nicht entschieden.

 

Und wie sieht es bei dir aus Tanja?


Tanja Melcher: Mein sportliche Zukunft sieht so aus, dass ich nach meinem Studium zurück in meine Heimat kehren will um dort wieder regelmäßig für meinen Stammverein zu spielen! Wie lange  ich noch spielen werde, weiß ich jetzt noch nicht.

 

 



 

 

Veworner StandbildTanja, mit den Red Angels hast du kürzlich die Meisterschaft gewonnen. Schweißt dich das mit den Innsbruckerinnen noch mehr zusammen oder gehst du im Sommer wieder zurück nach Villach? Schließlich bist du ja nur ausgeliehen..


Tanja Melcher: Natürlich schweißt so etwas zusammen, jeder Sieg schweißt zusammen!! So lange ich noch in Innsbruck studiere bleibe ich hier, nach dem Studium wird es mich natürlich wieder zurück in meine Heimat ziehen!

 

 

Über Eishockey-Frauen gibt es in der Männerwelt oft dutzende Vorurteile. Wie geht ihr damit um?


Eva M. Verworner: Einfach ignorieren. Wir sind alle gewohnt „dumme Kommentare“ oder Vorurteile zu hören jedoch hat sich das sehr geändert in den letzten Jahren. Eishockey ist unsere Leidenschaft und wir investieren alle sehr viel Zeit um das tun zu können. Da können ein paar dumme Kommentare keinen aus der Ruhe bringen.


Tanja Melcher: Ich finde es oft sehr amüsant welche Vorstellungen in den Köpfen andere herumschwirren, aber ich kann darüber lachen! Denn wir beim Eishockey sind auch nur ganz normale Mädels!

 

 

Wie sieht der normale Alltag euch dir aus? Wie schaffst ihr es, Beruf und Sport unter einen Hut zu bringen?


Eva M. Verworner: Ja, das fragen ich mich auch jeden Tag. Aber grundsätzlich : Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wir versuchen uns gegenseitig so gut wie möglich zu unterstützen. Manchmal ist es jedoch schon sehr stressig.


Tanja Melcher: Da ich zur Zeit noch studiere, bekomme ich noch alles gut unter einen Hut. Natürlich sind die Wochenenden unter der Saison mit Spieln voll gepackt, aber so lange es mir Spaß macht, ist dies alles kein Problem!

 

 

 

Eva, mit welchem Eishockeyprofi würdest du gerne mal eine Trainingseinheit bestreiten?

 

Eva M. Verworner: Hmmm... Patrick Kane von den Chicago Blackhawks.

 

 

Abschließend. Inwiefern unterscheidet sich das Training gegenüber den Männern?


Eva M. Verworner: Das Training unterscheidet sich nicht wirklich. Es ist immerhin der gleiche Sport. Jedoch haben die Männer besser Vorraussetzungen ( Trainingszeiten, Kraftkammer etc...)


Tanja Melcher: Ich denke, dass es für uns Mädels nicht so einen großen Unterschied ausmacht einen Männersport wie Eishockey auszuüben. Denn wir trainieren gleich hart wie die Männer, natürlich haben wir nicht jeden Tag Eistrainings, aber wenn wir trainieren sind alle zu 100% dabei und geben alles. Der einzige Unterschied ist, dass das Tempo nicht so hoch ist.

 

 

Wie seid ihr zu Eishockeyspielrinnen geworden?


Eva M. Verworner: Durch meinen Bruder der damals bei den RedBulls angefangen hatte und mittlerweile Schiedsrichter in der EBEL. Ich wollte es unbedingt auch probieren und war nach einem Training schon total begeistert.


Tanja Melcher: Beim mir zu Hause wurde ein neuer Damenverein gegründet und da haben sie noch Spieler gesucht. Ich habe ein Probetraining gemacht und war sofort davon begeistert!

 

 

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Die IIHF Ice Hockey Women's World Championship Division I in Graz ab dem 15. April bei eishockeyonline.at

 

 

Fotoservice: DEC Salzburg Eagles  - www.herzbluat.at / www.fmt-pictures.at / Red Angels Innsbruck

 

 


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