Mentalcoach Sonja Graf: „Der Glaube an die eigene Stärke ist alles, was dir auf dem Spielfeld bleibt“!

 

(Interview) Mathias Funk: Verletzungen, Burn-Out, ja sogar Depressionen. Ein Profisportler kämpft oft auch mit alltäglichen Problemen. Deshalb installieren immer mehr Vereine einen "Mentalcoach" um die Psyche des einzelnen Spielers zu stärken und zu verbessern. Beim EC Bregenzerwald aus der Alps Hockey League behandelt seit einiger Zeit Sonja Graf diese speziellen Themen. Wie wichtig die Rolle des mentalen Trainings sein kann und welche Aufgaben Sie beim ECB noch hat, hat Sie eishockeyonline.at bei einem Interview mit Redakteur Mathias Funk nahegelegt.

 

Sonja Graf Potrait

(Foto: ECB)

 


 

 

 

Du arbeitest als Mentaltrainer beim EC Bregenzerwald in der Alps Hockey League. Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei dir aus?

 

Sonja Graf: Sehr viel telefonisch: Kontakt mit Spielern, Trainer, Physiotherapeuten und Ärzten. Des weiteren ist es eine beobachtende Funktion und man lernt aufgrund der Körpersprache einen Spieler zu „lesen“ und gegebenenfalls Hilfestellung zu bieten. Sowie die Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Spieler. Ein wesentlicher Punkt ist auch die mentale Betreuung bei Verletzungen als aucb Mentalcoachings mit Spielern.

 


Wie bist du zu deinem Job beim ECB gekommen?

 

S.G: Mein Sohn der selber Eishockey spielt (DEC Bulldogs), hat die Begeisterung für den Eishockeysport in mir geweckt. Der ECB mit seiner fortschrittlichen Einstellung hat erkannt, dass ein Mentalcoach eine Unterstützung für die Entwicklung von Spielern darstellt und durch mein Studium an der Universität Salzburg zum Akademischen Mentalcoach (Abschluss März 2018) konnte ich viel praktische Erfahrungen unter Supervision mir aneignen und auch weitergeben.

 

 

Hast du davor auch schon bei anderen Vereinen gearbeitet oder gabs Angebote?

 

S.G: Ich habe früher in der Schweiz gelebt/gearbeitet und hatte dort meine Praxis für Chinesische Medizin und habe auch im Fußball etwas gemacht. Angebote - ja -  gab es.

 

 

Welche Aufgaben hast du beim ECB?

 

S.G: Außer meiner Aufgabe als Mentalcoach koordiniere/organisiere ich beim ECB die medizinische Abteilung. Unser Team hat dafür zu sorgen, dass der verletzte Spieler so schnell wie möglich wieder „Spielbereit“ ist.   Außerdem bin ich Ansprechperson für die Spieler, sei es auf Grund von Verletzungen oder auch privaten Belange.

 


Im Profisport ist immer öfter von Depression die Rede. Wie wichtig sind dabei Personen wie du, welche den Sportler mental fit halten?

 

S.G: Das wichtigste ist es, es gar nicht dazu kommen zulassen, bzw. diese Symptome vorab zu erkennen und dann den Sportler zu einem Spezialisten weiterleiten.  Dazu gehört auch das Burn-Out, welches eine Reaktion auf chronischen Stress (geistige, körperliche, seelische Erschöpfung) ist.  Daher ist es wichtig vorab mit dem Sportler an der Stressregulation, Zielsetzungen und Ressourcenarbeit etc. zu arbeiten, damit es gar nicht zu einer Depression oder Burn-Out kommt.

 

 

Welche Schwierigkeiten treten in deinem Beruf öfter mal auf?

 

S.G: Da im Eishockey das Mentaltraining noch nicht verbreitet ist, braucht es schon ein gewisses Vertrauen und Überzeugungskraft damit ein Spieler sich darauf einlässt. Denn viele Spieler verstehen bzw. unterschätzen, dass ihre psychischen Qualitäten ihren Leistungseinsatz im Training und die Spielleistung beeinflussen.

 

 

In wie weit baut man als Mentalcoach eine Beziehung zum Spieler auf?

 

S.G: Während einer Saison lernt man den Charakter des Spielers kennen und man ist bei Erfolg oder Misserfolg dabei. Natürlich baut man eine Beziehung in professioneller Hinsicht auf. Ich und dem ECB liegt die sportliche und persönliche Entwicklung des Spielers am Herzen. Der sportliche Erfolg, das Weiterkommen des Teams und die Entwicklung des Spielers stehen dabei im Vordergrund. Ich persönlich verfolge auf alle Fälle den weiteren Werdegang eines Spielers und es freut mich sehr, einen Spieler ein Stück des Weges begleitet zu haben.

 

 

Denkst du, dass du am sportlichen Erfolg des einzelnen Cracks beteiltig bist?

 

S.G: Um Wayne Gretzky zu zitieren: „Der Glaube an die eigene Stärke ist alles, was dir auf dem Spielfeld bleibt“. Als Mentalcoach unterstütz man den Spieler sein Leistungspotenzial zu entfalten. Schlussendlich ist der Erfolg aber von dem ganzen Betreuungsteam (Physio, Ärzte usw.) und selbstverständlich von den Coaches abhängig.

 

 

Was sind die häufigsten Probleme, mit denen sich die Spieler an Dich wenden?

 

S.G: Das sind sportliche und außersportliche Themenbereiche. Durchaus kommt es vor, das der Coach mentale Probleme (Umsetzung beim Spiel) feststellt und er mir den Auftrag erteilt, mit dem Spieler zu arbeiten.

 

 

Gab es bereits Momente, wo du nicht mehr wusstest, wie du helfen kannst?

 

S.G: Nein ich vertrete die Meinung, dass für jedes Problem eine Lösung gefunden werden kann.

 

 

Ist der Arbeitstag an Spieltagen oft stressiger als sonst?

 

S.G: Als stressiger würde ich das nicht bezeichnen, sondern eher angespannt.

 

 

 

 

 

 


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