Kampf gegen den Krebs! Von München bis an den Balkan für den guten Zweck!

 

(Interview) M.F: Dass der Sport verbindet, ist längts bewiesen. Der Wings for Life World Run ist dabei keine Seltenheit. Besonders im Eishockey hört man immerwieder von Spendenaktionen. Schon bei der Tumorerkrankung von Robert Müller, einst Nationaltorhüter Deutschlands und Identifikationsfigur der Kölner Haie aus der DEL, gab es landesweite Aktionen. Vor wenigen Jahren entschlossen sich in München ansässige Kroaten, welche bekennende Fans des EBEL Klubs Medvescak Zagreb sind, gegen die schwerwiegende Diagnose Krebs zu kämpfen.

 

 

Mit ihrem Fanclub "Sektor-Bavaria-Munich" reisen die Kroaten mehrmals im Jahr in die kroatische Hauptstadt, um ihre "Bären" anzufeuern und nebenbei mit einer besonderen Aktion Spenden zu sammeln. Wie die Jungs auf die Krankheit aufmerksam machen, fand eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk heraus, der sich vor kurzem mit dem Gesicht des Fanclubs, Pavo Sukan, im Cafe Flamingo in München traf. Dem Ort, wo alles begann..

 

 

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(Foto: eishockeyonline.at) Redakteur Mathias Funk (mitte) mit Pavo Sukan (links) und Unterstützer Miro Beljo (rechts).

 


 

Pavo, Danke dass du dir Zeit genommen hast. Du führst mit einigen anderen Jungs einen Medvescak Zagreb Fanclub. Das kuriose dabei, ihr stammt aus München und reist zu den Partien in die kroatische Hauptstadt. Wie kam es dazu?


Pavo Sukan: Medvescak ist und war eine alte Liebe aus den 80er Jahren. Damals waren Sie ein Topklub und haben sich gegen Belgrad und Jesenice gemessen. Während dem Jugoslawien-Krieg gab es in Kroatien kein Eishockey. Das ging bis Ende der 90er Jahren. Als Sohn einer Gastarbeiterfamilie in München waren wir im Jahr 2009 sehr überrascht, als es plötzlich hieß, unsere Bären gehen in der EBEL auf Torejagd. Im münchener Lokal Flamingo, wo wir Kroaten uns immer getroffen haben, endstand dann die Idee, einen eigenen Fanclub zu gründen und alles für unsere "Bären" zu geben. Wir waren überall in der EBEL, besonders gut war es für uns, wenn Zagreb in der Nähe von München gespielt hat wie z.B Innsbruck oder Salzburg. Als Medvescak in der KHL antrat, schafften wir es nur zu den Heimspielen. Auswärtsspiele in Russland, Lettland oder gar China waren logistisch einfach nicht machbar. Es gab aber vereinzelt ein paar verrückte, die mit dem Flugzeug nachgeflogen sind.

 

 

Wird es nicht manchmal lästig, mehr als 1000 Kilometer für die Bären zurückzulegen?


P.S: Nein. Besonders die Hinfahrten sind immer sehr lustig und wir haben sehr viel Spaß! Die ganze Familie steht hinter diesem Projekt!

 

 

Wieviele Mitglieder hat der Fanclub mittlerweile und wie reist ihr nach Zagreb?

 

P.S: Ich denke wir sind ca. 50-60 Leute. Viele sind auch aus Kroatien oder wohnen in Kroatien. Wir reisen mit dem Bus oder fahren mit unseren privaten Autos.

 

 

Viele halten Euch für verrückt. Kannst du das bestätigen?


P.S: (lacht) In Europa sind wir bestimmt die verrücktesten, wenn man vergleicht mit anderen Sportarten. Wenn es um unseren geliebten Verein geht, dann kennt man keine Grenze. Das ist wie mit der Liebe..

 

 

Zuletzt hat man dich beim kroatischen Sportsender Kreator TV gesehen. Du hast eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Worum ging es da und wieso hast du das gemacht?


P.S. In meiner Familie und Freundeskreis gab es mehrmals Fälle von Krebs. Irgendwann war ich an einem Punkt wo ich mir dachte, was kann ich als einzelner dagegen tun? Besonders nach dem Tod meines Bruders wollte ich unbedingt was dagegen unternehmen. 2015 haben wir das erste Mal pinke Pucks verkauft, welche wir bei Eishockey-Online ergattert haben. Geschäftsführer Christian Diepold hat diese extra in der Slowakei anfertigen lassen. Im Sport gibt es im Oktober immer die Aktionen, wo vieles in Pink präsentiert wird, um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen. Die Aktion lief gut, für viele war das absolutes Neuland. Damals haben wir gut 3.000 € eingenommen, was komplett für die Bekämpfung von Krebs gespendet wurde.

 

Das ganze ging dann sogar weiter. Für die KHL Partie zwischen Zagreb und SKA St.Petersburg haben wir eine Limited Edition an Pucks angefertigt und danach eine Movember Edition. Das lief alles sehr sehr gut, das macht mich wirklich stolz und glücklich. Auch 2017 hatten wir wieder eine Aktion gestartet. Mit dem Erlös können wir den Kindern Tablets und Fernseher kaufen. Die Kinder liegen 24 Stunden auf ihrer Station, so wollen wir ihnen in ihrer schwierigen Situation helfen.

 

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(Foto: Sektor Bavaria Munich)

 

Wird es solche Aktionen auch in Zukunft geben?


P.S: Das kann ich im Moment leider noch nicht bestätigen.

 

 

Wir von eishockey-online.com haben seit einigen Jahren im pinken Oktober verschiedene Charity Spiele in der DEL2, Oberliga, Bayernliga veranstaltet und jedes Jahr können unsere pinken Pucks für den Kampf gegen Brustkrebs gekauft werden. Du hast in der Vergangenheit häufig bei uns diese Pucks für Zagreb eingekauft. Wie sind Eure Puckaktionen bislang abgelaufen ?


P.S: Wir hatten in der Halle von Zagreb direkt am Eingang einen Stand aufgebaut. Dort haben wir die Pucks, welche wir von Eishockey-Online erhalten haben, verkauft. Die Leute waren aufgrund der Position gezwungen, daran vorbeizugehen. Man konnte uns nicht übersehen. Gute Freunde von mir, Miro Baljo & Robert Lebo, haben mir dabei sehr oft geholfen.

 

 

Hast Du im Club eine Funktion, oder warum organisierst Du in diesem Bereich soviel ?


P.S: Nein. Es ist einfach nur eine Herzensangelegenheit. Natürlich kennt man den ein oder anderen Spieler und man wird durch solche Aktionen auffällig. Aber eine direkte Funktion bei Medvescak habe ich nicht.

 

 

Zagreb ist neben Fußball auch verrückt nach Eishockey. Hat sich die Stimmung unter den Fans nach der Rückkehr aus der KHL in die EBEL verändert?

 

P.S: Nein. Die Stimmung ist gleich gut und auch der Zuschauerschnitt konnte gehalten werden. Medvescak ist in Kroatien quasi die Nationalmannschaft, jeder geht zu Zagreb! Es waren schon sehr viele Topklubs hier und  viele Stars sind bereits für Zagreb aufgelaufen. Da es in Kroatien nur vier Eishockeyvereine gibt, die profimäßig handeln, gibt es keine eigene Liga. Deshalb war der Schritt in die EBEL auch aufgrund des Budgets der einzig Sinnvolle Weg. Zum Vergleich: SKA Starspieler Ilya Kovalchuck verdient 17 Millionen Euro. Unser Budget liegt etwa bei 5 Mio.€.

 

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(Foto: Sektor Bavaria Munich)

 

 

Mathias Funk: Solche Geschichten kann nur der Sport schreiben. Was hier vom Sektor Bavaria Munich ins Leben gerufen wurde und wie das ganze abläuft, mit welchem Aufwand das hier alles betrieben wird, ist schon sensationell! Da ich selbst zu Beginn meines Lebens gegen diese Diagnose kämpfen musste, ist es mir ein besonderes Anliegen, solche Dinge in den Vordergrund zu stellen. Man hört generell viel zu wenig darüber. Das darf nicht sein! Ich kann nur jedem ans Herz legen, via dem eishockey-online. hilft e.V oder über den oben genannten Fanclub aktiv zu werden.



eishockey-online ist im übrigen von 10.11-12.11 beim Deutschland-Cup in Augsburg mit einem Stand vertreten. Auch dort kann man Pucks für den guten Zweck erwerben.

 

 

Spenden geht so einfach! Einfach folgenden Link anklicken:

https://www.eishockey-online.com/index.php/kontakt-sp-1248111712/hilfe-ev

 

 


Logo eishockey online at rund reishockeyonline.at ist ein österreichisches Eishockey Magazin und berichtet aktuell über den Eishockeysport in Österreich, die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), die Alps Hockey League (AHL) und die österreichische Nationalmannschaft.

 

Weitere interessante Links:

www.eishockey-online.com
www.eishockey-deutschland.info

 

 

 

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