Salzburgs Headcoach Greg Poss: "Ich brauche den Siegerdruck!"

 

(EBEL/EC Red Bull Salzburg) H.B: Greg Poss hält seit eineinhalb Jahren die Zügel unserer Jungs fest in der Hand. Zur Saisonmitte haben wir den Akerikaner zum Interview gebeten und mit ihm über die aktuelle Situation, die Ziele und sein Weihnachtsfest gesprochenen.

 

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(Foto: Marian Burndorfer / eishockeyonline.at)

 


 

Herr Poss, die Verletzungssituation ist in den letzten Wochen nicht einfach, was erwarten Sie als Trainer vom Team in so einer schwierigen Situation?

 

G.Poss: Unsere Stürmer sind aktuell angehalten, in der Verteidigung mehr zu helfen und noch cleverer zu spielen als sonst. Abgesehen davon gibt es keine Ansage oder besonderen Erwartungen. Eishockey ist ein körperbetonter Sport, Verletzungen gehören leider dazu und alle hier sind Profis und kennen solche Situationen. Jetzt ist Gelegenheit für andere Spieler zu zeigen was sie können und diese Lücken zu füllen. Die müssen jetzt zeigen, was sie draufhaben und wenn die Verletzten wieder zurückkommen, sind die Karten eventuell neu gemischt.

 

 

Man hat mit dem Slowaken Martin Stajnoch auf die vielen Verletzungen reagiert und vor wenigen Tagen einen weiteren Legionär geholt. Gibt es in der Akademie keinen Spieler, der in so einer Situation helfen könnte?

 

Wir müssen durch unsere Verletzten auf viel Qualität im Kader verzichten und noch dazu müssen wir uns gerade in der Verteidigung auch präventiv ein wenig absichern, denn es kann jederzeit noch etwas passieren. Wir kämpfen aktuell um jeden Punkt und könnten einen weiteren Ausfall nur schwer verkraften. Ein Akademiespieler – auch wenn dort wirklich gute Jungs sind wie Maximilian Egger oder Lukas Schreier – könnte so eine Lücke nicht so schnell füllen und es wäre auch unfair, das zu erwarten.

 

 

Warum fiel die Wahl genau auf Stajnoch?

 

Wir haben unser Netzwerk genutzt und wir wussten schon, dass er ein guter Spieler ist. Ich kenne viele Leute in der Slowakei und habe Stajnoch auch direkt angerufen. Martin ist laufstark, schießt die Scheibe hart und ist körperlich top in Form – genau das brauchen wir jetzt.

 

 

Kurz zurück zur Akademie. Sie haben in Ihrer Karriere schon viel gesehen – wie ist Ihr Eindruck von der Akademie, auch im internationalen Vergleich?

 

Es ist das Beste, was es gibt, nicht nur in Europa, sondern kann auch weltweit konkurrieren. Die Infrastruktur ist top, gleich ob die Eisflächen, Krafträume oder Geräte. Außerdem gibt es viele gute Betreuer und ich denke, dass viele der jungen Athleten solche Rahmenbedingungen in ihrer Karriere bei anderen Proficlubs nicht mehr finden werden, wobei wir natürlich darauf setzen, dass wir mehr und mehr die Abgänger bei uns oder in München integrieren können.

 

 

Die Saison läuft bisher noch nicht nach Wunsch. Mal gibt es gute Phasen, dann folgen nicht so gute. Zu Beginn der Saison gab es auch schon „Poss raus“-Rufe bei den Spielen. Wie ging es Ihnen damit und wie ist aktuell Ihre Stimmungslage?

 

Ich glaube, es ist eher eine positive Situation, wenn eine Mannschaft durch eine harte Zeit geht. Das macht das Team stärker und ich habe noch nie in meinem Leben erlebt, dass ein Team, das am Ende gut dagestanden ist, zuvor keine schwere Zeit während der Saison hatte. Das bedeutet für uns, dass wir diese Phase jetzt gut nutzen müssen, um körperlich und mental noch stärker zu werden. Für einen Trainer ist es völlig normal, dass man für schlechte Phasen verantwortlich ist oder gemacht wird. Wenn man damit nicht umgehen kann, dann sollte man sich einen anderen Job suchen. Ich brauche diesen „Siegerdruck“ außerdem, wobei der bei mir und bei den meisten ohnehin von innen kommt.

 

 

Gut die Hälfte des Grunddurchgangs ist gespielt und das Mindestziel ist dabei natürlich die Pick Round – wie sieht der Plan aus, dieses Ziel zu erreichen?

 

Die Saison ist ein Marathon und kein Sprint, auch wenn man hin und wieder sprinten muss. Unser erstes Ziel ist es dabei, dass wir die beste Mannschaft in der Liga sind, wenn es darum geht, sich täglich zu verbessern. Wir denken von Spiel zu Spiel und schieben jetzt noch keine Panik, auch wenn klar ist, dass die Pick Round das Ziel ist und es nicht einfach wird. Wir hatten vielleicht nicht den Start, den wir uns gewünscht haben, aber vielleicht haben wir ihn gebraucht. Es gibt einen Saisonplan und den halten wir auch, allerdings gibt es immer unvorhersehbare Dinge, die diesen Plan etwas durcheinanderbringen können.

 

Zum Beispiel?

 

Naja, heraus sticht sicher die Situation mit Daniel Welser, das war für die Mannschaft vor allem mental sehr hart. Wenn so etwas passiert, dann wendet sich der Blick etwas ab vom Eishockey, weil man realisiert, dass es im Leben wichtigere Dinge gibt. Auch wenn man Profi ist, kann und soll man ja gar nicht alles ausblenden. Gott sei Dank ist bei Daniel aber alles gut und das ist das Wichtigste.

 

 

In der Champions Hockey League lief es besser. Man qualifizierte sich für das Achtelfinale und verkaufte sich dort gegen die Växjo Lakers auch gut. Welche Bedeutung hat das für den Verein, aber auch für Sie persönlich?

 

Wolfsburg haben wir in den Boden gespielt und gegen die Lakers waren wir gleich auf und hätten sie fast geknackt. Die Champions League ist auf jeden Fall sehr wichtig für den Verein und die Spieler, denn jeder will sich mit den großen Teams messen. Wir freuen uns jede Saison darauf und hoffen natürlich, dass wir uns auch für nächstes Jahr qualifizieren.

 

 

Man hört, dass Sie ein Head Coach sind, der auf Details viel Wert legt und sich auch in Bereichen immer up to date hält, wo andere Trainer vielleicht nicht so genau hinsehen. Stimmt das?

 

Es stimmt sicher, dass ich möglichst gut informiert sein möchte, wie es meinen Spielern geht, wo sie zum Beispiel auch im Fitnesstraining stehen. Da mich speziell dieses Thema persönlich interessiert, mache ich mir da hin und wieder auch selbst ein Bild, denn körperliche Fitness ist auch die Voraussetzung für mentale Fitness. Ich vertraue unseren Fitnesstrainern, Physios und meinen Assistants in ihren Bereichen aber voll und ganz und der ganze Verein macht einen super Job!

 

 

Was ist aus Ihrer Sicht Ihre schlechteste und beste Eigenschaft als Trainer?

 

Das ist für mich schwer zu beantworten, aber eines kann ich sagen: auch als Trainer lernt man jeden Tag dazu, muss sehr flexibel auf Situationen reagieren und ich versuche jeden Tag mein Bestes, um zum Erfolg beizutragen.

 

 

Sie sind seit über 25 Jahren Trainer – schlüpfen Sie manchmal eigentlich noch selbst in die Rolle des Spielers bzw. würden Sie das gerne noch hin und wieder machen?

 

In der Vergangenheit habe ich in Hobbymannschaften gespielt und das hat großen Spaß gemacht. Während der Saison hat man dafür aber wenig Zeit und aktuell mache ich mehr Fitnesstraining und fahre auch gerne mit dem Rad zur Arbeit.

 

 

Dass Sie gerne Radfahren ist bekannt, aber Sie fahren auch im Winter?

 

Ja, ich habe mir extra Reifen mit Spikes besorgt, denn speziell in Salzburg ist das Radfahren immer wunderschön!

 

 

Was macht ein Greg Poss eigentlich, wenn er gerade nicht mit Eishockey beschäftigt ist? Gibt es heimliche Hobbies?

 

Im Sommer spiele ich gerne Golf, ich reise gerne und mache viel Fitnesstraining. An erster Stelle stehen aber natürlich meine drei Kinder, die sind sozusagen mein bestes Hobby. Langweilig wird mir also nie.

 

 

Was würden Sie heute machen, wenn Sie kein Eishockeycoach geworden wären?

 

Nach meinem verletzungsbedingten Aus als Spieler wollte ich eigentlich Unternehmer werden. Ich bin ein Mensch, der täglich gerne hart arbeitet und anpackt und Unternehmer zu sein hätte mir gefallen. In den USA habe ich auch mein Wirtschaftsstudium beendet, habe das aber zum Glück nie gebraucht (grinst).

 

 

Wie werden Sie eigentlich Weihnachten verbringen und wie gefällt Ihnen das Fest hier im Vergleich zu den USA?

 

Das weiß ich noch nicht, da wir sehr viele Spiele in dieser Zeit haben und eigentlich nur zwei Tage Zeit sind. Ich muss mir meinen Plan erst machen, aber vielleicht fliege ich kurzfristig nach Deutschland und feiere mit den Kindern ein europäisches Weihnachtsfest, das gefällt mir mittlerweile deutlich besser als die amerikanische Variante.

 

 

Wenn Sie einen sportlichen Weihnachtwunsch frei hätten, welcher wäre das?

 

Ganz klar, dass unser Team gesund bleibt und die Verletzten schnell fit werden.

 

 

Haben Sie eigentlich einen Lieblingsort in Salzburg?

 

Der Golfplatz in Eugendorf.

 

 

Gibt es abschließend noch etwas, das Sie allen Fans sagen möchten?

 

Wir sind sehr froh über die Unterstützung der Fans, das hilft und pusht uns jeden Tag. Das Team ist auf einem guten Weg und mit den Fans im Rücken können wir nach wie vor alles erreichen und wir freuen uns auf den gemeinsamen Rest der Saison!

 

 


 

Aus Salzburg: Harald Bründlinger

 

 

 


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