Villacher SV Stürmer Kyle Beach: "Was bleibt uns denn übrig?"

 

(Interview) (Mathias Funk) Der Villacher SV schielte vor der Saison klar auf einen fixen Playoffplatz der Erste Bank Eishockey Liga. Um dieses Ziel zu erreichen, verpflichteten die Kärntner im Sommer Kyle Beach. Der EBEL erfahrene Stürmer kam mit einer Empfehlung von 45 Scorerpunkten aus Graz nach Villach, tat sich bei den blauen Adlern bislang aber schwer. Eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk hat sich mit dem 28- Jährigen zum Interview getroffen und den ehemaligen Meister mit Fragen über seinen Wechsel, die sportliche Situation im Verein sowie seine persönliche Zukunft gelöchert.

 

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(Foto: Bernd Stefan / eishockeyonline.at)

 


 

Servus Kyle, danke dass du dir Zeit nimmt um uns ein paar Fragen zu beantworten. Jetzt geht' s in die wirklich heiße Phase der Saison, oder?


K.B: Diese Jahreszeit ist mit Abstand die Beste! Wir Spieler trainieren den ganzen Sommer um am Ende auf einem Playoff-Platz zu stehen. Aktuell sind die Spiele von der Intensität bis hin zur Spielkontrolle nochmals eine Schippe höher. Es macht einfach Spaß in die Eishalle zu gehen..

 

 

Der EC VSV geht durch eine schwere sportliche Zeit. Kann man das als Spieler ausblenden?


K.B: Wir als Spieler haben die Aufgabe Tag für Tag zu trainieren damit wir besser werden und dann auch die Spiele gewinnen. Das gilt auch für Cracks, welche besonders im Fokus stehen. Jede Mannschaft und jede Organisation hat ihre Höhen und Tiefen. Aber als Spieler können wir uns nicht auf diese Dinge konzentrieren, da wir einen klaren Job haben und das ist: Spiele gewinnen! Zum Glück hat der Villacher SV gute Leute, welche sich um diese Dinge kümmern. Leider ist es ein Teil des Geschäfts, wenn jemand das Team verlassen muss und wir dadurch einen Freund verlieren. Doch das wussten wir alle schon, bevor wir den Weg der Profikarriere gewählt haben.

 

 

Während der laufenden Spielzeit wurden besonders die ausländischen Spieler hart kritisiert. Wie ist deine Meinung dazu?


K.B: Es ist nie leicht wenn man besonders negativ kritisiert wird. Kritik kann aber auch positive Energie entwickeln, was für uns Spieler wiederum hilfreich sein kann. Was bleibt uns denn übrig? Wir haben keine andere Wahl als die Kritik aufzunehmen und zu akzeptieren. Würden wir uns darüber den Kopf zerbrechen hätte das einen negativen Einfluss auf unsere Leistung. Am Ende ist es ein Mannschaftssport, es stehen 22 Leute auf dem Eis! Natürlich sind bei einem Import die Erwartungen etwas höher. Natürlich wollen alle gewinnen, aber wir siegen und verlieren als komplette Mannschaft. Jeder will sein Bestes geben und jeder weiß, dass dieser Job Ergebnisorientiert ist.

 



 

 

In Villach erhalten Jahr für Jahr junge Cracks aus der eigenen Nachwuchsschmiede Eiszeit in der EBEL Mannschaft. Ist das der richtige Weg?


K.B: Ich finde es großartig dass ein Verein wie der VSV jungen Spielern Eiszeit schenkt damit sie sich weiterentwickeln können. Wenn sie geistig und körperlich auf Bundesliganiveau sind, wieso sollte man ihnen die Chance nicht geben? Viele Teams in der EBEL holen sich schnell einen Import, auch wenns es nur für kurze Zeit ist. Ich finde, wenn sich ein junger Crack die Möglichkeit zu spielen verdient hat und er der Mannschaft wirklich helfen kann, muss man sie auf's Eis schicken! Lasst die jungen spielen! Schau dir die NHL an, sie wird jedes Jahr jünger! Wenn die Jungs spielen dürfen ist es auch gut für das österreichische Eishockey. Jeder Spieler entwickelt sich mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit. Die Entwicklung ist das A und O für einen Youngster. Bekommt er nicht genügend Zeit, dann kann dies auch die komplette Karriere zerstören.

 

 

Vergangene EBEL Saison warst du einer der wichtigsten Cracks im Spiel der Graz 99ers und hast 45 Punkte gesammelt. Warum bist du nach Villach gewechselt?


K.B: Naja, es war nicht meine Entscheidung, Graz zu verlassen. Die Zeit bei den 99ers habe ich geliebt. Doug Mason hat mir in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass mir der Verein keinen neuen Vertrag anbieten wird. Das waren wirklich schwere Worte für mich! Als ich einst nach Graz kam, stand die Mannschaft tabellarisch schlecht da. Wir haben alle zusammen einen Plan entwickelt, um wieder besser zu werden. Den Weg wäre ich gerne mitgegangen. Ich wünsche dem Verein nur das Beste und auch Bernd Vollmann zeigt, dass er einen guten Job macht und wieder eine starke Mannschaft auf's Eis geschickt hat.

 

Ich hatte schon immer den Eindruck, dass der VSV ein Team für mich wäre, zu dem mein Spielstil passen würde. Mein Agent Bernd Brückler und ich haben meine Möglichkeiten durchgecheckt und sind dann zusammen zur Entschedung gekommen, dass Villach eine klasse Chance für mich wäre. Leider war das erste Jahr bei den Adlern ein schweres Jahr für mich. Erst die Verletzung und dann noch der sportliche Aspekt. Zuletzt haben wir einige Schritte in die richtige Richtung gemacht und es ist noch Zeit, alles gerade zu biegen.

 

 

Du bist nun 28 Jahre alt und stehst in Österreich bereits einige Jahre auf dem Eis. Welche persönlichen Ziele verfolgst du?


K.B: Ich denke, wenn du einen Eishockeyspieler fragst, welche Ziele er hat, wird er dir immer "die Meisterschaft" als Antwort geben. Ich bin mit Salzburg zwei mal Meister geworden. Das war eine unglaubliche Erfahrung und das ist es auch, was mich immer wieder neu antreibt. Ich will unbedingt nochmal Meister werden und die ganzen Emotionen und Gefühle erneut erleben. Jedes Team möchte Spieler die wissen, wie "Gewinnen" geht. In jeder Mannschaft hat man als einzelner Spieler eine andere Rolle. Wenn es eine besondere Rolle ist, macht es mich persönlich glücklich.

 

 

Deine Stationen lauteten Salzburg, Graz und Villach. Wo hat es dir am besten gefallen und warum?


K.B: Alle Verein wo ich gespielt habe haben einen besonderen Platz in meinem Herzen. Jede Stadt gab mir einzigartige Erfahrungen, welche ich wirklich sehr schätze. Ich finde es unfair, Klubs zu vergleichen, weil jeder anders ist und jeder Verein hat andere Budgets. Ich würde sagen, dass jeder einzelne Klub sehr professionell war und mir und meiner Familie geholfen hat. Ich bin wirklich sehr dankbar für all die schönen Zeiten.

 

 

Kommen wir zum Ende. Wer ist aus deiner Sicht Topfavorit auf den Titel?


K.B: Es wäre falnsch, Wien und Salzburg nicht als Favoriten auf den Titel zu sehen. Doch noch ist nichts passiert. Auch in drei Wochen, wenn die Playoffs beginne, ist noch nichts entschieden. Jede Serie schreibt seine eigene Geschichte und außerdem, die Villacher Adler wärmen sich gerade erst auf..

 

 


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