EBEL - Orli Znojmo die erwartet schwere Nuss für die Vienna Capitals.

 

(EBEL) Am Spieltag der „Nahdistanzderbies“ (Klagenfurt – Villach 40 km, Wien – Znojmo 88 km) trafen die zweitplatzierten Caps auf die drittplatzierten Adler aus Znojmo.

 

 

VIC ZNO Jan20

 

(Foto: Kern)

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Beide mit Niederlagen aus der letzten Runde. Die Kagraner mit einer knappen  Niederlage in Linz, die Südmährer mit einer ernüchternden 0:4 Packung in Szekesfehervar. Guter Heimspielstreak von Wien mit 3 Siegen in den letzten 4 Spielen, Znojmo mit 3 Punkten aus den letzten 3 Auswärtspartien in Graz, Linz und Szekesfehervar. Alle bisherigen Saisonspiele gingen an die Caps, saisonübergreifend machte Znojmo seit 6 Spielen keinen Punkt, letzter Sieg in Wien das 3:9 Schützenfest vom 04.11.2018.

Lineup: Bei den Heimischen waren Kichton und Olden nach ihren Erkrankungen zurück und nahmen wieder ihre angestammten Positionen ein: Olden mit Holzapfel/Baun, Kichton mit Captain Mario Fischer. Erstmals im EBEL Lineup Patrick Antal, U 20 WM Teilnehmer und derzeit drittbester Scorer des AHL Teams. Er ist nach Pallierer und Preiser der 3. Eigenbauspieler, der in dieser Saison zu seinem EBEL Debut kommt. David Aslin „nur“ in Linie 4 mit Antal und Dario Winkler, auch mit nur 6 min Eiszeit, könnte ein Hinweis sein, dass das Comeback von Taylor Vause bevorsteht. Da ein Spieler abgemeldet werden muss (VIC immer mit Maximalanzahl von 11 Imports) besteht kein Zweifel, dass das der schwedische „Filmschaffende“ sein wird. Die Ausfälle: Vause, Kittinger, Peter, Bauer, Artner.

 

Immer kürzer wird die Bank der gebeutelten roten Adler. Neben den schon länger absenten Radim Matus, Patrik Novak, Petr Mrazek und Petr Beranek fehlten heute auch die Stützen Philip McRae (13 Tore, Hattrick zuletzt gegen Linz)  und Parker Bowles (Schulterblessur bzw. krank), sodass Miroslav Frycer 6 Angreifer fehlten, mit Goalie Lassila insgesamt nur 5 Imports. Zu Lassila: Er hatte seine Krankheit soweit überwunden, dass er wenigstens auf der Bank sass – das Kuriosum vom Spiel in Fehervar, als Verteidiger Adam Jonas als „Backup-Goalie“ nominiert wurde, blieb ein Einzelfall (Groh machte heute aber ein gutes Spiel). Zwei Spieler vom Kooperationspartner HC Moravske Budejovice aus der tschechischen 3. Division halfen aus: Martin Kosnar als Flügel mit David Bartos und Vladimir Oscadal, der 18 jährige Ondrej Svoboda blieb ohne Shift.

 

Trotzdem guter Beginn der Tschechen, die Capitals fanden schwer ins Spiel. Beim 1. Powerbreak lautete das Schussverhältnis 2:4. Eine 2 + 2 min Strafe handelte sich Flick wegen Checks von hinten ein, eine Szene, die an seine VSV Zeit erinnerte (damals einer der unbeliebtesten Ligaspieler).  Danach häuften sich die Chancen für die Heimischen, Abschlüsse von Loney, Baun, 2 x Wukovits und Kichton blieben erfolglos, die grösste Chance hatte Hartl nach Vorarbeit von Rotter, Groh blieb Sieger. 2 weitere PP Möglichkeiten liessen die Wiener ebenfalls aus – aus 8 min Überzahl in einem Drittel sollte schon auch Zählbares herausspringen, erstmals seit 5 Spielen blieben sie in Drittel 1 torlos.

 

Keine Steigerung der Hauptstädter in der Anfangsphase des Mitteldrittels. Im Gegenteil: Die Gäste fassten Mut und zwangen Zapolski zu mehreren Rettungstaten (Luciani, Flick). Die beste Abschlusschance hatten aber dann doch die Cameron – Cracks : Kichton traf in min 30 die Stange. Groh verhinderte 3 min vor Drittelende die Heim-Führung, indem er gegen den allein vor ihm auftauchenden Ty Loney grandios rettete. Kurz darauf eine 2 min tripping Strafe gegen Antonin Boruta. Wieder kein gutes PP – 1 min vor Drittelende entwischte Ligatopscorer Tony Luciani, bezwang Zapolski im Alleingang gekonnt mit der backhand (das 3. SH Goal vs. VIC).

 

Im Schlussabschnitt kam die dringend notwendige Steigerung der Heimtruppe. Angetrieben von 5.700 Fans (da ca. 200 aus Znojmo!) drückten sie die Gäste in die eigene Zone, folgerichtig auch der Ausgleichstreffer: Ty Loney in seinem „Wohnzimmer“ im slot, knallte entschlossen einen Abpraller aufs Tor (auch Abspielmöglichkeiten wären möglich gewesen), Groh ohne Chance – der 15. Saisontreffer des Ex-Grazers. Von Znojmo kam weiterhin wenig, in min. 50 die Führung für die Caps: Grosslercher mit einem tollen move, seinen Torschuss berührte Dario Winkler im Getümmel vor dem Tor, die Scheibe kullerte über die Linie, Frycer forderte auch keinen Video Beweis – damit korrektes Tor, 2:1. Für den gebürtigen Tiroler im VIC Dress der 5. EBEL Treffer, der 1. für Wien. Bemerkenswert: alle 5 Tore gegen „internationale“ Teams (3 vs. Zagreb, 1 vs. AVS, 1 vs. ZNO). „Crunchtime“: 2.26 min vor Spielende holte Coach Frycer Groh vom Eis, die Capitals vergaben mehrmals die Chance aufs Empty Net Goal, etliche FO - Duelle zwischen den Spezialisten Holzapfel und Flick brachten keinen Vorteil, die Heimischen mit dem besseren Ende.

 

Zweifellos ein verdienter Sieg der Wiener, die aber schwer zu kämpfen hatten, Galavorstellungen wie gegen Fehervar und Linz gelingen halt auch nicht jeden Tag. Die 3 Angriffslinien funktionierten auch heute, wie in letzter Zeit gewohnt, die Zalewski Linie am auffälligsten. Sniper Loney wieder extrem präsent mit 7 Torschüssen. Heute war aber auch eine top Goalie Leistung notwendig – Ryan Zapolski war da, wenn er gebraucht wurde. Die Adler mit einer durchaus akzeptablen Performance, waren trotz der Ausfälle bis zum Schluss im Spiel. Vielleicht droht der nächste Ausfall: Verteidiger Kevin Tansey schied mit einer

Schulterverletzung aus. Dienstag gegen HCI ist ein absolutes Schlüsselspiel um eine realistische Chance auf die Pickround zu erhalten.

 

 

JW

 

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