Von der Red Bull Akademie in den Profi-Bereich, Carl Zimmermann im Interview.

 

(Interview) Seit wenigen Wochen steht Carl Zimmermann im Line-Up des VER Selb in der Oberliga-Süd (3.Liga) in Deutschland. Der gebürtige Sachse durchlief zuletzt die Akademie von Red Bull in Salzburg/Lieferung und stellte seine Stärke auch in der Alps Hockey League für die Red Bull Hockey Juniors unter Beweis. Eishockeyonline.at hat sich mit dem sympathischen Youngster über seine Zeit in der Akademie sowie über den Start in Bayern unterhalten.

 

 

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(Foto: Gepa)

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Servus Carl, Danke dass du dir Zeit nimmst, um uns ein paar Fragen zu beantworten. Back in Germany, wie verliefen die ersten Tage in der neuen Heimat Selb? Im Vergleich zu Salzburg sicher eine Umstellung, was den Wohnort betrifft, oder?

 

C.Z: Natürlich, die Städte sind extrem unterschiedlich, schon allein was die Größe angeht. Da ich aus einer Kleinstadt wie Crimmitschau komme, gefällt es mir hier. Man hat alles, was man braucht, die Menschen hier machen aus der Stadt eine tolle Stadt. Wirklich top Leute.

 

 

Du bist mit 14 zu den Junioren der Jungadler Mannheim gewechselt und hast ein Jahr später den Sprung in die Organisation von Red Bull. Nun zählt die Ausbildung in Mannheim zu den besten in Deutschland. Warum die Akademie?

 

C.Z: Damals kam in Mannheim Helmut de Raaf auf mich und meine Eltern zu und hat mir in paar wenigen Sätzen die Akademie von Red Bull in Liefering vorgestellt. Ich sah nach dem Gespräch mehr Möglichkeiten für meine Eishockey-Ausbildung und für meine Entwicklung. Ich denke, die Akademie ist einmalig in Europa, man genießt dort beste Bedingungen.

 

 

In der Akademie in Salzburg / Lieferung ist man als junger Mann rundum gut betreut. Abgesehen vom sportlichen, welche Dinge nimmt man als heranwachsender Mensch aus der Akademie mit?

 

C.Z: In der Akademie findet man für alle Belangen Verantwortliche. Man hat im Vordergrund die Betreuer, die einem zur Seite stehen, wenn man schwierige Phase durchmacht. Aber, sie sorgen auch für Ordnung und sagen gerne mal, man soll sein Zimmer aufräumen oder weisen einen zumindest darauf hin, dass es etwas chaotisch aussieht. Auch im Bereich der Schule, Ernährung oder sogar psychologisch, wenn man mal in einem Motivationsloch festhängt oder gestresst ist, hast du jemanden, der auf dich schaut. Man kann sich immer an jemanden wenden. Das bedeutet, du bekommst in Salzburg die Möglichkeit, musst es aber selbst verstehen, diese zu nutzen!

 

 

Der Terminkalender im "Leben eines Academy-Cracks" ist picke packe voll und der Ablauf ist von A-Z durchgeplant. Was muss man mitbringen, um sich dort zurechtzufinden?

 

C.Z: An erster Stelle kommt die Lust am Eishockey! Auch eine gewisse Motivation sollte man dabeihaben. Schlussendlich ist es aber Gewohnheitssache. Man gewöhnt sich an die Abläufe, dabei ist es egal, ob man in Deutschland bei einer Gastfamilie wohnt oder in einem Internat. Man kann sich an alles gewöhnen. Sicher gibt es ab und an Meinungsverschiedenheiten, aber das ist dann eine Respektssache, wie man in diesen Situationen behandelt wird.

 

 

Die Teams der Akademie spielen nicht nur national, sondern stehen auch in Tschechien oder Skandinavien auf dem Eis. Wie wertvoll ist die Erfahrung im Ausland, um den Sprung zum Profi im Endeffekt zu schaffen?

 

C.Z: Ich finde das extrem wertvoll. In Salzburg gibt es ja verschiedene Nachwuchsstufen, die man durchlaufen kann. Es gibt also stets eine Niveausteigerung. Das fängt bei der österreichischen U18 an und geht über die U18 in Tschechien, dort gibt es enorme Unterschiede. Die U20, welche in der Alps Hockey League aktiv ist, agiert mit einer großen Herausforderung im Profibereich. Im U-Bereich ist das eigentliche Saisonhighlight aber die Vorbereitung. Die Turniere in Nordamerika und Schweden sind schon eine Hausnummer...

 

 

Kommen wir zu dir persönlich. Aus der Akademie gehen viele junge Spieler Jahr für Jahr den Schritt in die DEL oder EBEL. Zweiteres dürfte für dich ja kein Thema gewesen sein. Wie kam der Wechsel nach Selb zu Stande?

 

C.Z: Henry Thom hat sich bei meinem Berater gemeldet, in einer Zeit, wo es bei der VER Selb viele verletzte Spieler gab. Somit bin ich hierher gewechselt und ich sehe das ganz klar als Vortschritt, von einem Farmteam in einer Profi-Liga der Männer zu wechseln. Eiszeit ist schließlich das wichtigste für mich!

 

 

Hattest du außer von den Wölfen auch Angebote von anderen Vereinen?

 

C.Z: Nein, die Selber waren die einzigen, welche konkretes Interesse zeigten.

 

 

Wie groß ist die Umstellung im Vergleich Alps Hockey League und Oberliga Süd in Deutschland? Ist das Niveau höher oder geringer?

 

C.Z: Puh, ich finde, dass es relativ gleich ist.

 

 

Welche persönlichen Ziele verfolgst du? Du bist jetzt 20 Jahre jung. Wo siehst du dich in, sagen wir mal, 5 Jahren?

 

C.Z: Ich bin einer, der von Jahr zu Jahr denkt. Ich möchte mich natürlich weiterentwickeln und dann sehen wir schon, wie hoch es am Ende geht. Am liebsten so weit wie möglich hier in Deutschland, aber ich achte zunächst nur auf meine Entwicklung.

 

 

Deine ehemaligen Salzburger Kollegen zeigen in der Alps Hockey League Woche für Woche eine starke Performance. Denkst du, den Jungbullen gelingt in der laufenden Saison der große Wurf?

 

C.Z: Ich denke das Potential ist in dieser Saison definitiv da. Im Spiel der Juniors ist die Handschrift von Red Bull deutlich zu lesen. Ich meine damit Tempo Tempo Tempo! Sie haben in dieser Spielzeit schon mehrmals gezeigt, dass man gegen „Große“ nicht nur mithalten kann. Kein Team der Liga ist denen haushoch überlegen.

 

 

Kommen wir zum Ende. Was ist für dich und Selb in dieser Saison sportlich möglich?

 

C.Z: Unser Ziel heißt Platz 5! In den Playoffs ist dann ohnehin alles möglich.

 


 

5 Kurzfragen an Carl Zimmermann

 

Carl's größtes Vorbild ist..Patrice Bergeron!

Carl wäre nicht Carl, wenn…Er nicht Eishockey spielen würde.

Stiegl oder Mauritius Bier? Stiegl!!!

Das größte Talent, welches aktuell in der Akademie zu finden ist, heißt..Es gibt viele!

Der CHL Sieger 2019 heißt? Hoffentlich Red Bull München!


 

 

 

 

Artikel: Mathias Funk
 

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