Andreas Brucker: Wir müssen in die Spur kommen und Verein und Marke gut vertreten!

 

(Interview) Seit Ende Februar leitet Andreas Brucker die Geschicke hinter der Bande des EC Red Bull Salzburg. In einer aktuell schwierigen Phase versucht der sympathische Neucoach, welcher in der Mozartstadt seine erste EBEL Chefcoach Position antrat, die Red Bulls für die anstehenden Playoffs fit zu machen. Wie das gelingen soll, verriet der "Freund der eigenen Jugend" in einem Interview mit eishockeyonline.at.

 

 

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(Foto: Y.M) Blickt fokusiert auf die anstehenden Aufgaben mit den Red Bulls! Neo-Coach Andreas Brucker im Talk mit Redakteur Mathias Funk.

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Seit 26.Februar leitest du nun die Geschicke der Red Bulls als Headcoach. Wie hat sich deine Arbeit seither verändert?

 

A.B: Der Tag ist etwas stressiger geworden und man hat mehr Verantwortung für die Mannschaft im Vergleich zur vorherigen Aufgabe als Co-Trainer. Wir sind jetzt in einer sehr kritischen bzw. spannenden Phase der Meisterschaft, wir stehen kurz vor dem Playoff und die Verantwortung liegt jetzt bei ganz bei uns, dass wir das Team möglichst gut vorbereiten. Ich hoffe, wir können die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, in den nächsten Spielen umsetzen.

 

 

Es ist deine erste Station als Chefcoach bei einem EBEL Klub. Eigentlich wolltest du dich als Co-Trainer etablieren. Nun wurdest du von der sportlichen Führung ins kalte Wasser geworfen. Ein Vorteil?

 

A.B: Grundsätzlich sehe ich es nicht als Nachteil. Es stand mir auch frei, diese Challenge anzunehmen. Ich war von 2000-2004 bereits als Assistant-Coach in der EBEL unterwegs und konnte somit bereits Erfahrungen sammeln, ebenso danach im Nachwuchs. Das hier hat sich eher zufällig ergeben. Mir macht es aber riesigen Spaß und man hat natürlich auch viel Verantwortung von der Organisation erhalten. Ich hoffe, ich kann dem Verein das Vertrauen zurückgeben, was mir entgegengebracht wird.

 

 

Wir zwei hatten im Sommer schon ein Interview, worin du gesagt hast: "Das Wichtigste für einen Meistertitel wird sein, in jeder Phase der Meisterschaft als Mannschaft und geschlossene Einheit aufzutreten.". Siehst du aktuell eine Einheit?

 

A.B: Nach dem Trainerwechsel ging ein Ruck durch die gesamte Mannschaft und sie ist auch zusammengewachsen. Die ersten zwei Partien haben wir dann gewonnen, was jedoch vielleicht nicht so ein Vorteil war, da man sich dadurch etwas zu sicher gefühlt haben könnte. Wir sind sportlich aber in der gleichen Situation wie vorher, wir müssen noch enger zusammenrücken. Die Mannschaft muss sich für das Playoff noch finden, da benötigt man einfach ein paar Tage Zeit. Das ist aktuell unsere Hauptaufgabe.

 

 

Sportlich aber auch mental zeigte sich die Mannschaft unter der Leitung von Greg Poss am Ende angeschlagen. Wie schwer ist es aktuell, die Köpfe frei zu bekommen um auf dem Eis wieder erfolgreich zu agieren?

 

A.B: Wir dürfen nicht zu viel denken, müssen aber dennoch kreatives Eishockey spielen. Wir haben Lösungsansätze erarbeitet, wie wir dieses Problem beheben können. In den nächsten Tagen müssen wir diese Aufgabe aber noch intensivieren. Ich glaube aber, dass es gut aussieht und wir werden es schaffen. Wir haben Klartext gesprochen, jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Wir müssen auch verstehen, dass wir davon weggehen müssen, in einer Partie der Favorit zu sein. Wir müssen jeden Gegner ernst nehmen und unser Spiel umsetzen. Die Köpfe freimachen und mehr Körperspiel einsetzen. Die Scheibe schneller bewegen, wir trainieren das aktuell sehr viel. Wir haben noch einige Prozent in uns, die wir offenlegen können.

 


Kommen wir zu einem erfreulicheren Thema. Die Red Bull Hockey Juniors rocken derzeit die Alps Hockey League. Was können sich die Profis derzeit von den Jungbullen abschauen?

 

A.B: Es freut uns, dass es bei den Jungs so gut läuft. Wir wünschen uns natürlich für die Zukunft, dass wir ein paar junge Spieler an die EBEL Kampfmannschaft heranziehen können. Für Einige ist es sicherlich überraschend, dass sie so spielen. Mich überrascht es hingegen nicht so ganz, es steckt enorm viel Potenzial in dieser Mannschaft und sie spielen seit vielen Wochen frei auf. Durch die Siege steigt dann auch das Selbstvertrauen.

 

 

Du hast ein Händchen für junge österreichische Spieler, kennst die Philosophie des Klubs aus dem FF. Eigentlich wärst Du der geeignete Chefcoach 2019/2020, um einen Schnitt im Sommer durchzuführen, bzw. die jungen aus dem AHL Kader an die Kampfmannschaft heranzuführen, oder?

 

A.B: Natürlich würde ich mir das wünschen und es steht auch außer Frage, dass ich dieses Angebot annehmen würde.

 

 

Abschließend: Du hast gesagt, aktuell ist Red Bull Salzburg in keiner Partie der Favorit, da man nicht "Red Bull Like" auftrete. Kann man dennoch auf eine Überraschung a la "HC Bozen Like" wie in der vergangenen Saison hoffen?

 

A.B: Wir nehmen uns das definitiv vor! Wir müssen in die Spur kommen und den Verein und unsere Marke gut vertreten! Das muss in den nächsten Tagen passieren und dann sollten wir in den Playoffs unser wahres Gesicht zeigen.

 

 

 

Interview: Mathias Funk

 

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