Roger Bader: "Je mehr junge Österreicher in der Profiliga viel Eiszeit bekommen, desto besser fürs Nationalteam!".

 

(Interview) Im November hatte eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk ÖEHV Teamchef Roger Bader vor dem Schreibblock. Der Schweizer wusste die vergangenen Tests gut einzuschätzen und blickt mit Zuversicht in die Zukunft.

 

 

Roger Bader Alltime Pic

 

(Foto: eishockey-online.com)

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Ein Sieg und eine Niederlage im hohen Norden. Wie zufrieden sind Sie mit den gezeigten Leistungen gegen Norwegen und Dänemark?

 

Bader: Ich bin mit den gezeigten Leistungen in Summe sehr zufrieden! Wir konnten unser Spiel schnell umsetzen und im zweiten Spiel auch durchsetzen. Dass wir das erste Spiel gegen Norwegen verloren haben, durfte erwartet werden, da die Norweger doch mit 19 Spielern des vergangenen WM-Kaders angetreten sind – also praktisch ihr WM-Team mit allen Leistungsträgern. Das zweite Spiel gegen Dänemark war unsererseits überdurchschnittlich gut. Wir hatten in allen drei Perioden ein Schuss- und Chancenplus. Wir haben nicht nur gewonnen, was als solches schon positiv ist, sondern auch wirklich gut gespielt.

 

 

Sie reisten mit einem jungen zusammengewürfelten Kader in den Norden. Auf welche Dinge haben Sie am meisten geachtet?

 

Bader: Es ist üblich, dass Nationalteams im November mit jungen Teams antreten. Das war am Deutschland – Cup so, ebenfalls am Karijala – Cup in Finnland. Auch wir tun das so, seit ich Teamchef bin. Einzig die Norweger haben für einmal anders disponiert. Vermutlich um im eigenen Land sich den Anhängern und Sponsoren von der besten Seite zu präsentieren. Für mich ist deshalb der Kader nicht „zusammengewürfelt“, sondern wohlüberlegt zusammengestellt worden. Es waren neben 14 U24 – Spielern, einige WM-Spieler dabei (Bsp. Ganahl, Schneider). Dazu kamen auch einige erfahrene Spieler, welche letztes Jahr den Cut fürs WM-Team nicht geschafft hatten oder verletzt waren (Spannring, Häussle). Sie bekamen jetzt wieder die Chance, um zu zeigen, warum wir sie künftig berücksichtigen sollen.

 

 

Was hat Ihnen am besten an der Mannschaft gefallen und wo muss die Truppe noch enorm arbeiten?

 

Bader: Die Mannschaft hat einen hervorragenden Teamspirit und eine sehr gute Arbeitseinstellung gezeigt. Ich war auch sehr zufrieden mit dem Lerntempo. Die Spieler kommen von ca. 10 verschiedenen Klubs und müssen in kürzester Zeit unsere Spielweise und Prinzipien adaptieren und umsetzen . Das haben sie sehr gut gemacht! Positiv waren auch die Torhüterleistungen, was an der vergangenen Weltmeisterschaft ein markantes Problem war. Der Unterschied ist, dass die beiden eingesetzten Torhüter (Kickert, Madlener) bei ihren Klubs nun regelmäßig spielen und an Selbstvertrauen gewonnen haben.

 

 

Wie sieht der Weg bis zur B-WM in Slowenien aus?

 

Bader: Im Februar – IIHF – Break spielen wir am Österreich Cup in Klagenfurt zwei weitere Spiele gegen gute Gegner. Ab Ende März folgt die WM – Vorbereitung in mehreren 5-tägigen Camps. Da gilt die rollende Planung. Spieler, welche sich nicht für die Playoffs qualifizieren können oder früh ausscheiden, rücken früher in die Camps ein, die Finalisten wahrscheinlich erst zum letzten Camp.

 

 

Der Deutsche Eishockey Bund will die Importstellen in der DEL reduzieren, Red Bull München zieht ähnlich wie Salzburg umgehend mit. Vorbild für den ÖEHV und die EBEL?

 

Bader: Man kann nie zwei Länder wirklich 1:1 vergleichen. Es geht bei uns ja auch in die richtige Richtung, mit der Reduzierung, welche bereits auf dieses Jahr vollzogen wurde. Für einen Teamchef kann es natürlich nie schnell genug gehen. Je mehr junge Österreicher in der Profiliga viel Eiszeit bekommen, desto besser fürs Nationalteam. Das ist einfach zu verstehen. Allerdings kann ich auch die Vereine verstehen. Strukturänderungen müssen finanzierbar sein. Es sollen ja alle Vereine mitmachen können!

 

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