Kitzbühel Präsident Volker Zeh: Die Welt wird sich verändern! Auch die Gehälter werden sinken!

 

(Kitzbühel) Unfreiwillig ging Anfang März die Saison in der Alps Hockey League zu Ende. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Das Coronavirus machte auch in der stets stärker werdenden AHL nicht Halt und zwingt nun einige Vereine in eine finanzielle Schieflage. Anders jedoch in Kitzbühel. In der tiroler Krisenregion stehen neben den sportlichen Aktivitäten auch Hotels und Gastronomien still. Für Adler Präsident Volker Zeh, welcher neben seiner Tätigkeit beim EC Kitzbühel ebenfalls als Geschäftsführer der Zehcon GmbH tätig ist, zählt aktuell nur der Mensch. Der Vierfachvater blickt auf eine veränderte Welt voraus, auch im Sport. Eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk hatte den sympathischen Deutschen zu Zeiten von Covid-19, am Telefon.

 

 

V Zeh Potrait ZS

 

(Foto: ECK) KEC Präsident Volker Zeh: "Die Welt wird sich verändern!"

AHL Logo 2016 300pix
 
TEILEN
fb banner300
twitter banner300
 

 

 

 

 
AKTUELLE TABELLE
EOL SHOP 300x300 2018neu
 
 
   

 

Hallo Herr Zeh, vielen Dank dass Sie sich die Zeit nehmen, um uns für ein kurzes Interview bereit zu stehen. Wie geht es Ihnen derzeit und wie gehen Sie als Geschäftsmann und Präsident mit der momentanen Lage in Tirol um?


V.Zeh: Mir geht's soweit gut und ich bin gesund. Zum Glück bin ich mit meiner Familie und den Kindern in dieser Lage. Wir verfolgen natürlich was da derzeit passiert, besonders hier in Kitzbühel, wo wir mit den Gedanken bei den aktuell kranken Menschen sind. Das ist was, was noch nie da war und wissen nicht, was noch kommt. Das ist unglaublich! Jedoch müssen wir es annehmen wie es ist und dann lernen, damit umzugehen. Ich finde, das Land Österreich leistet hier exzellente Arbeit! Ebenso wie die Region Kitzbühel mit einem großartigen Bürgermeister, der für die Bürger 2.Mio.€ als Soforthilfe locker gemacht hat. Auch die Kabel,- und Internetkosten müssen ab 1.April vorerst nicht bezahlt werden. Das ist wirklich sensationell von Dr. Klaus Winkler, der von Beruf eigentlich Steuerberater ist. Ich finde, Kitzbühel ist hier klarer Vordenker und das lässt den Zusammenhalt der Menschen hier extrem aufleuchten. Das spiegelt sich auch in unserem Verein wider, wo ich als einziger Deutscher zusammen mit waschechten Kitzbühelern die Fäden ziehe. Das ist schon toll mit anzusehen!   

 

 

Das Treiben auf dem Eis steht derzeit still. Noch weiß niemand, wie es genau weiter geht. Welche Aufgaben fallen aktuell innerhalb des Klubs an?


V.Zeh: Momentan ist nicht an Eishockey zu denken! Aber klar, es gibt auch eine Zeit nach Corona. Wir sind mit den Partnern und Sponsoren täglich in Kontakt und wir helfen einander, wo wir nur können. Natürlich haben wir einen Plan B in der Schublade und arbeiten daran, einen gewissen Stamm zu behalten. Einige Spieler wollen auch von sich aus zu uns kommen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass wir keine schlechte Arbeit beim KEC ablegen. Die Cracks wissen, wie wir hier arbeiten. Headcoach Franzen ist derzeit in Schweden, wir besprechen allerdings sehr viel, wie es in Zukunft weitergehen könnte. Vor Ostern kommt da aber kein spruchreifes Ergebnis zu Stande. Im Moment ist die Humanität mit den Menschen vor Ort wichtiger.

 

 

In wie weit kann derzeit in die Zukunft geplant werden? Können aktuell Vertragsgespräche überhaupt stattfinden?


V.Zeh: Gut, am 3.August planen wir aktuell den Trainingsauftakt. Daran halten wir vorerst auch fest. Die Spieler, von denen wir wissen, dass Sie im Adlerhorst bleiben, haben von uns Fitnesspläne erhalten, damit sie in einer guten Verfassung zurück auf das Eis kehren können. Das Grundgerüst steht, auch wenn die Unterschriften noch nicht getätigt sind.

 

 

Die Alps Hockey League Vereine kämpfen aufgrund der aktuellen Situation ums Überleben. In wie weit stehen die Vereine untereinander in Kontakt und wie gefährlich ist die Krise für den EC Kitzbühel?


V.Zeh: Uns wird die Krise nicht sonderlich beschädigen und wir werden diese, auch wenn wir Einbußen haben werden, finanziell zu 100% überstehen! Das kann ich versichern. Wir waren stets vorsichtig in unseren Unternehmungen und haben saubere Arbeit geleistet. Die Welt wird sich verändern! Auch die Gehälter werden sinken! Da wird nach dem Coronavirus wohl eine Zwischenstufe stattfinden müssen. Das Produkt Alps Hockey League ist jedoch sensationell und darauf kann,- bzw. muss man aufbauen. Wir sind froh, ein Teil dieser Liga zu sein.

 

 

Kommen wir zum Sportlichen. Welches Fazit ziehen Sie nach einer schweren Saison 2019/2020?


V.Zeh: Natürlich. Besonders nach dem emotionalen Vorfall im Oktober. Wir wollen jedoch nicht wissen was gewesen wäre, wenn...Viel mehr möchte ich unseren Fans danken! Sie waren immer da und haben uns nie etwas vorgeworfen. Wir haben besondere Anhänger in Kitzbühel! Egal ob diese aus Kufstein, Fieberbrunn oder aus St. Johann kommen.

 

 

Sie sind generell sehr aktiv was das Thema Zuschauerzuspruch im Sportpark betrifft. Wie zufrieden sind Sie mit den Entwicklungen und wie wollen Sie die Popularität der Adler in Kitzbühel weiter steigern?


V.Zeh: Wir hatten diese Saison einen kleinen Hype, besonders in den letzten engen Spielen im Sportpark, wo wir den Playoff-Einzug noch erreichen konnten. Wir wollen unbedingt daran anknöpfen! Als drittbester österreichischer Verein in der AHL haben wir zudem das Eishockey in Kitzbühel interessanter gemacht und leisten mittlerweile sogar eine super Jugendarbeit. Die U15 ist zum Beispiel Vize-Meister in Tirol geworden! Wir sind also ambitioniert, dass die Kinder auf das Eis kommen.

 

 

Headcoach Franzen verlängerte seinen Vertrag im Adlerhorst. Was war hier ausschlaggebend für eine fortsetzende Zusammenarbeit?


V.Zeh: Charles ist ein alter Fuchs und weiß, wie das Geschäft im Eishockey funktioniert. Er war ja auch schon bei den Vienna Capitals als Jugendcoach aktiv. Er ist ein Mensch, der alles direkt angeht und lässt nichts auf dem Tisch liegen. Eine angenehme Person, ein Analytiker par excellence! Sein Umgangston aus einem Mix aus Respekt und Freundschaft kommt bei den Spielern schon sehr gut an und die Jungs setzen dies auf dem Eis auch perfekt um.

 

 

Bei Ihrem Rivalen in Zell am See überschlagen sich aktuell die Ereignisse. Sogar ein Rückzug aus der AHL steht beim EKZ im Raum. Wie wichtig wäre ein Verbleib der Eisbären für die Adler?


V.Zeh: Ganz klar, der EK Zell am See ist ein Topklub! Ich habe die Pressemeldung der Liga gelesen und konnte es nicht ganz nachvollziehen. Jeder mach doch sein eigenes Budget und das muss man schon im Vorfeld wissen, was hier für Kosten auf einen zukommen. Ich wäre natürlich enttäuscht, wenn die Eisbären die Liga tatsächlich verlassen, die Derbys waren immer eine tolle Sache! Aber wir spielen mindestens genauso gerne gegen Salzburg. Die Leute freuen sich die Red Bulls zu sehen und das damit ausnahmslose attraktive Hockey.

 

 

Stimmt! Die Jungbullen haben mit einem starken Finish ja noch das Playoff erreicht. Das war so zwischenzeitlich auch nicht zu erwarten.


V.Zeh: Ja, unfassbar eigentlich! Die machen einen sehr guten Job. Natürlich, da geht es nicht ums Geld, aber das Konzept ist top! Was Herr Mateschitz da in Salzburg macht oder geschaffen hat, ist wirklich überragend. Nicht nur sportlich, sondern für eine gesamte Region! Er gibt den jungen Menschen sportlich eine Perspektive auf allerhöchstem Niveau und bringt damit nicht nur Kinder zum Eishockey, sondern präsentiert Österreich auf allerhöchster sportlicher Ebene! Hier muss man auch mal eine Lanze brechen! Denn das ist nicht selbstverständlich, das muss auch mal gesagt werden!

 

 

Zum Schluss. Wie wahrscheinlich ist für Sie ein Neustart im Herbst? Geisterspiele sind zumindest in der EBEL, oder wie auch immer diese Liga dann heißen mag, ausgeschlossen worden.


V.Zeh: Da können Sie auch in ein Wasserglas reinschauen, dann wissen Sie mindestens genauso viel. Aber wir sind Optimisten und wünschen uns für die Region und den Sport, dass es im Herbst wieder los geht! Aktuell können wir jedoch weder Ja noch Nein sagen. Im Moment zählt nur der Mensch!

 

 

Weitere News aus der Ersten Bank Eishockey Liga

ICEHL 1 768x346
05. Juli 2020

Die bet-at-home Ice Hockey League ist da!

(bet-at-home Ice Hockey League) Im Rahmen einer Live-Übertragung mit den beiden TV-Partnern Sky Sport Austria und PULS 24 wurde die neue… [weiterlesen]
Ceman VSV wide
28. Juni 2020

Eishockeyliga - Alles zum neuen Headcoach beim EC VSV.

(Villach) Der unterfertigte Vertrag ist vor wenigen Stunden bei VSV-Geschäftsführer Andy Napokoj eingetroffen: ​Dan Ceman​ aus Ontario, Kanada,… [weiterlesen]
Florian Pedevilla1
23. Jun 2020

Eishockeyliga - HC Innsbruck nennt neues Trainergespann!

(Innsbruck) Der Kanadier, Mitch O’Keefe, war bereits letzte Saison Co-Trainer beim HC TWK Innsbruck. Jetzt macht er den nächsten Schritt und beerbt… [weiterlesen]
Tilen Spreitzer OLL
25. Mai 2020

Nach Znojmo Ausstieg: Ljubljana Rückkehr realistisch!

(Eishockeyliga) Was für ein Sommer in der Eishockeyliga! Die Saison 20/21 ist noch lange nicht fix. (Foto: Bernd Stefan) Spielt Tilen Spreitzer mit… [weiterlesen]
unbenannt 3576
08. Mai 2020

Trotz Stillstand viel Bewegung in der Liga!

(Eishockeyliga) Trotz des Stillstandes in der Eishockeyliga arbeiten die Klubs akribisch an der Spielzeit 20/21. (Foto: Martina Bednar) TEILEN… [weiterlesen]
88972685 2636363136598075 3363497762623586304 o
02. Mai 2020

Eishockeyliga mit ersten Transfers und Grundgerüsten.

(Eishockeyliga) Znojmo und Dornbirn mit ersten Kaderentscheidungen. (Foto: Kamila Chmel) TEILEN AKTUELLE TABELLE Das erste Kadergerüst des HC Orli… [weiterlesen]
 

 

Superbanner unten

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen