Andreas Renz: Es könnte ein Turning-Point sein!

 

(Interview) Andreas Renz zählte zu den besten Verteidigern des Deutschen Eishockeys. Seine Karriere verbrachte der mittlerweile 42- Jährige Baden-Württemberger bei den Schwenninger Wild Wings und den Kölner Haien. Renz wurde dabei 1x Deutscher Meister und stieg nach seiner aktiven Karriere als TV Experte neben dem Eis ein. Der Defender machte sich sogar selbstständig. Eishockey-Online Redakteur Mathias Funk hatte den ehemaligen Nationalspieler als Interviewpartner parat.

 

 

A Renz Interview

 

(Foto: A.Renz)

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Hallo Andreas, vielen Dank dass Du dir die Zeit nimmst. Wie geht es dir aktuell?


A.Renz: Meiner Familie und mir geht es sehr gut. Ich habe das Gefühl die Welt dreht sich im Moment langsamer. Entschleunigung ist angesagt. Ich sehe eine große Chance für uns Menschen in dieser aktuellen Krise. Es könnte ein Turning Point sein.

 

 

Du hast dich selbstständig gemacht und fungierst nun als Personalcoach in der Beziehungslehre. Was darf man sich darunter vorstellen und wie kam es dazu?


A.Renz: Eine schwere Augenverletztung hat für mich ziemlich abrupt meine Karriere beendet. Danach bin ich erst einmal in ein kleines Loch gefallen. Als Profisportler weißt du zwar, dass der Tag einmal kommen wird. Wenn es dann soweit ist, kommt er für die meisten von uns doch unerwartet, und irgendwie zu früh.  In dieser für mich anspruchsvollen Zeit nach dem Eishockey habe ich mir viele Fragen gestellt: Wer und was bin ich denn wirklich? Was für eine Vision habe ich für mein weiteres Leben? Worauf habe ich Lust und wohin geht mein Weg? Aus den Antworten dieser Fragen ist mein neue Vision und Passion entstanden: So viele Menschen wie möglich dabei zu unterstützen, sich mehr und mehr ins Leben zu bringen. Aufzuwachen und bewusster zu leben. Ich bin der Überzeugung, dass viele Menschen sterben ohne je richtig gelebt zu haben.


Meine Freundin Vroni und ich haben daher in den letzten Jahren die „Beziehungslehre“ entwickelt. Viele denke dabei zuerst an „PartnerschaftsBeratung“ was teilweise auch stimmt. Es geht aber noch tiefer. Wir Menschen sind Bezieungswesen und sind ständig in Beziehung. Zu anderen Menschen, zu materiellen Dingen und zum Leben. Die wichtigste Beziehung eines jeden Menschen, um ein glückliches und erfülltest Leben zu führen, ist unseren Meinung nach, die geklärte Beziehung zu einem selber. "Die Beziehung zu sich selbst“ ist das Fundament unserer Beziehungslehre. Auf unseren Homepage www.beziehungslehre.de finden Interessierte mehr Informationen.

 

 

Nach deiner aktiven Eishockeykarriere warst du noch einige Zeit als TV Experte unterwegs. Ist dieses Kapitel für die somit abgeschlossen?


A.Renz: Ich bin weiterhin für Magenta Sport als Experte und Co Kommentator im Einsatz. Für mich ist diese Arbeit ein absolutes Geschenk. Ich liebe Eishockey und freue mich immer auf Wiedersehen mit alten Weggefährten  

 

 

Die Coronakrise hat dem Saisonverlauf in nahezu allen Ligen der Welt das Genick gebrochen. Auch die IIHF WM in der Schweiz wurde abgesagt. Wie siehst du die Thematik und vor allem, wie gefährlich könnten die finanziellen Folgen für kleinere Vereine sein?


A.Renz: Meiner Meinung nach war es die richtige Entscheidung „Großveranstaltungen“ auszusetzen. Jetzt ist unsere Bundesregierung gefordert, Bürger und Firmen, also somit auch die Eishockey Clubs finanziell zu unterstützen. Es ist für uns alle im Moment eine anspruchsvolle Zeit. Wie ich oben schon erwähnt habe, sehen ich aber auch eine große Chance gestärkt aus diese Krise hervor zu gehen.

 

 

Die Deutsche Eishockey Liga möchte aufgrund der Coronaproblematik die Wiedereinführung des Auf,- und Abstiegs verschieben. Ein richtiger Gedanke?


A.Renz: Im Moment ist die Planung für die kommende Spielzeit extrem schwierig und viele Clubs haben Ihre Transferaktionen eingefroren. Keiner kann aktuell sagen, ob und wann wir in die neue Saison starten. Die Stimmung in der Liga und bei den Clubs ist angespannt .Ich glaube es gilt jetzt erst einmal die Zukunft zu sichern. Step by Step. Wenn die Einführung des Auf - und Abstiegs zu zusätzlichem Stress und Kosten für die Clubs führt, könnte eine verschieben sinnvoll sein.

 

 

Nochmal zu dir persönlich. Wo sehen wir dich in den kommenden Jahren? Du meintest, du ziehst zurück in Richtung Bodensee, deine Heimat. Wie geht es dann weiter?


A.Renz: Die letzten 2 Jahren haben wir sehr zurückgezogen auf einem wundervollen Bauernhof in Bayern verbracht. Ab Juni zieht es uns wieder mehr ins Leben und in Richtung Konstanz am Bodensee. Also ganz in der Nähe zu meiner alten Heimat. Unser Coaching bieten wir aber Bundesweit an. Einige unseren Kunden kommen für die Coachings zu uns und zeitgleich wächst unser OnlineCoching. Wir bieten Live-Coaching mit Zoom an und Vroni bringt im Mai einen OnlineKurs für Frauen heraus. Außerdem widmen wir viel Zeit unserem neusten Projekt: Unserem Podcast. „WE ARE - Der Beziehungspodcast“ ist toll angelaufen. Er ist auf iTunes und Spotify zu hören.

 

 

Abschließend: In wie weit glaubst du, ist eine Umsetzung eines Saisonstarts 20/21 im Herbst realistisch?


A.Renz: Ich bin Optimist und glaube dass die Liga pünklich starten wird. Nach der Corona Zeit wird meiner Meinung nichts mehr so sein wie es war. Die Welt wird sich verändert haben. Eine Veränderung die in vielen Bereichen längst überfällig war. Wir dürfen gespannt sein, was sich im Sport alles verändern wird.

 

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